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„Gelbwesten“ machen auch in der Grenzregion weiter

Lothringen : „Gelbwesten“ machen auch in Lothringen weiter

Auch in Lothringen stehen „Gelbwesten“ seit dem 17. November an vielen Kreiseln, um den Verkehr zu blockieren. Drei Wochen lang stoppten Gruppen in Forbach und Saargemünd den Zugang zu den Finanzämtern als „Symbol des Staates“, das Forbacher wurde unter Polizeischutz inzwischen wieder geöffnet.

Die Stimmung blieb fast durchweg friedlich. Am vergangenen Samstag räumte die Polizei eine Autobahnblockade an der Grenze zum Saarland, an der Mautstelle in St. Avold zogen die „Gelbwesten“ nach einem polizeilichen Ultimatum ab. Auch in Lothringen kam es jedoch mehrfach zu gewalttätigen Ausschreitungen, vor allem in Städten wie Nancy, Metz und Epinal. In Metz zerstörten Demonstranten Ende Dezember Stadtmobiliar und zündeten Müllhaufen an.

„Leider, es ist wie überall, wenn eine Menge da ist, flüchten sich auch immer Schläger dorthin, das kann man nicht verhindern“, sagte ein Rentner, der am Samstag mit rund 50 „Gelbwesten“ an einem Kreisel in St. Avold demonstrierte. Zwischen friedlichen Familienvätern und Opas gebe es auch bei ihnen „Hitzköpfe“, räumte er ein. Im Ortszentrum wurden bei einer Demo Schaufenster zerstört und Geschäfte geplündert worden. „Leider ist es auch so, wenn man nichts kaputt macht, hört uns keiner zu“, sagte der Mann dazu. „Wir könnten ein ganzes Jahr hier stehen bleiben, da würde sich keiner drum kümmern. Nur, wenn man Aufmerksamkeit erzielt, erreicht man etwas.“