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GDL droht im Bahn-Konflikt mit Behinderungen durch Überstundenabbau

EVG erzielt Lohnplus : Bahn-Gewerkschaft GDL droht mit Bummelstreik

Der Bahn-Tarifkonflikt könnte den Verkehr zu Weihnachten treffen. Derweil will die Politik Reisende schützen.

Kurz vor der Reisezeit um Weihnachten verdüstern sich die Aussichten für den Zugverkehr in Deutschland. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) erklärte gestern die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn für gescheitert. Gewerkschaftschef Claus Weselsky begründete dies damit, dass die Bahn nicht bereit sei, einen bereits gefundenen Abschluss zu unterzeichnen.

 Die GDL darf nach geltender Vereinbarung zwar erst nach dem Ende einer Schlichtung zum Streik aufrufen. Weselsky drohte aber damit, die Lokführer könnten nun darauf bestehen, ihre vielen Überstunden abzubauen. Wenn dann die Auswirkungen mit einem Streik vergleichbar wären, sei das nicht Schuld der GDL, fügte er hinzu. Damit droht also eine Art Bummelstreik.

Die Gewerkschaft EVG hat sich indes am Samstagmorgen mit der Bahn AG auf eine Lohnerhöhung von insgesamt 6,1 Prozent in zwei Stufen geeinigt. Zum 1. Juli 2019 sollen die Löhne um 3,5 Prozent steigen, ein Jahr später noch einmal um 2,6 Prozent, wie die EVG am Samstag in Berlin mitteilte. Zudem erhalten die Beschäftigten im Februar eine Einmalzahlung von 1000 Euro.

Derweil könnten auf Dauer auch Bahnkunden (wie auch Fluggäste) bei Verspätungen leichter finanzielle Entschädigungen erhalten. Eine Mehrheit des Bundesrats stimmte am Freitag für einen Antrag des Saarlandes. Damit wird die Bundesregierung aufgefordert, gesetzliche Maßnahmen zur „Automatisierung des Entschädigungsverfahrens“ zu prüfen. Es sei nicht einzusehen, dass Flüge und Züge per App gebucht werden können, die Entschädigung aber umständlich schriftlich beantragt werden müsse, heißt es im Antrag. „Wer Flug- oder Bahntickets bucht und dann sprichwörtlich am Gate oder Bahnsteig stehengelassen wird, darf am Ende nicht länger der Dumme sein und seinen finanziellen Ansprüchen hinterherlaufen müssen“, sagte dazu Saar-Verbraucherminister Reinhold Jost (SPD).