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Gauck legt den Finger in die Wunde

Gauck legt den Finger in die Wunde

Der Bundespräsident hat seine Finger in eine europäische Wunde gelegt: Die Entfremdung zwischen den EU-Politikern und der Bevölkerung hat nicht nur zu einer wachsenden Distanz zur EU geführt. Das Verständnis für das Friedensanliegen dieser Union ist darüber hinaus verloren gegangen. Die Regierungen waren ebenso wenig wie die sie tragenden Parteien darauf vorbereitet, dass Bürger ihre politische Information selbst in die Hand nehmen und dass sie Fake News eher trauen als seriösen Quellen. Wer aber dem Unglaubwürdigen vertraut, statt auf das Glaubwürdige zu setzen, verliert nicht nur den Überblick, sondern auch den Boden, auf dem er steht. Dass Europa ein Boden ist, auf dem seit über 70 Jahren Frieden und Wohlstand herrschen, mag für viele selbstverständlich geworden sein. Doch Gauck hat daran erinnert, dass man sich genau deshalb dafür einsetzen muss.