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Gabriel erklärt Atom-Endlager Gorleben für tot

Gabriel erklärt Atom-Endlager Gorleben für tot

Berlin. Neuer Zündstoff im Streit um die Nutzung der Kernkraft: Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat den Salzstock Gorleben gestern als Endlager für hoch radioaktiven Atommüll definitiv ausgeschlossen. "Der Standort Gorleben ist tot für ein Endlager", sagte er. Ein Grund seien die begrenzten Erkundungsrechte für den niedersächsischen Salzstock

Berlin. Neuer Zündstoff im Streit um die Nutzung der Kernkraft: Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat den Salzstock Gorleben gestern als Endlager für hoch radioaktiven Atommüll definitiv ausgeschlossen. "Der Standort Gorleben ist tot für ein Endlager", sagte er. Ein Grund seien die begrenzten Erkundungsrechte für den niedersächsischen Salzstock. Im Jahr 2015 laufen zahlreiche Verträge mit Grundstückseigentümern aus.

Gabriel will stattdessen in anderen Regionen Deutschlands - etwa in Bayern und Baden-Württemberg - alternative Standorte für ein Endlager prüfen. Diese kommen nach einem Gutachten der Bundesanstalt für Geowissenschaften von 2007 dafür in Betracht. Die Union lehnt eine neue Endlager-Suche dagegen rundweg ab. Auch die Umweltministerien in Süddeutschland wandten sich strikt gegen Gabriels Pläne. Die baden-württembergische Behörde erklärte, ein Atom-Endlager sei im Südwesten nicht machbar. Bayerns Umweltminister Markus Söder warf Gabriel "durchsichtige Wahlkampf-Manöver" vor. Gorleben bleibe "der Erkundungsstandort mit Zukunft".

Gabriel ritt derweil auch scharfe Attacken gegen die Lobby-Vereinigung der deutschen Atomkonzerne. Der Präsident des Deutschen Atomforums, Walter Hohlefelder, führe die Öffentlichkeit im Fall Gorleben gezielt hinters Licht, so der Minister. Vermutlich seien auch die Gutachten aus dem Jahr 1983 über die Eignung Gorlebens als Endlager "unter tätiger Mithilfe von Herrn Hohlefelder" gefälscht worden.

Derweil droht auch dem 26 Jahre alten Pannen-Reaktor Krümmel das vorzeitige Aus. Dem Betreiber Vattenfall könne gegebenenfalls wegen mangelnder Zuverlässigkeit die Betriebserlaubnis entzogen werden, so Gabriel. > Siehe Seite A 5 dpa/epd/ddp