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Friedensgipfel von Minsk bringt nur „Hoffnungsschimmer“

Friedensgipfel von Minsk bringt nur „Hoffnungsschimmer“

Die in Minsk vereinbarte Waffenruhe lässt Hoffnung auf ein Ende des Blutvergießens in der Ukraine keimen. Auch ein Milliarden-Hilfspaket steht nun bereit. Trotzdem ist die Zuversicht auf allen Seiten noch gedämpft.

Nach einem dramatischen Verhandlungsmarathon in Minsk ruhen die Hoffnungen nun auf der vereinbarten Waffenruhe in der Ostukraine . Sie soll in der Nacht zum Sonntag beginnen. Frankreichs Staatspräsident François Hollande mahnt aber trotz des neuen Friedensplans zur Wachsamkeit. "Die nächsten Stunden werden entscheidend sein", sagte er gestern am Rande des EU-Gipfels in Brüssel . Es sei wichtig, weiter Druck für einen Frieden in der Ukraine auszuüben. Kanzlerin Angela Merkel sagte, der erreichte Kompromiss sei "ein Hoffnungsschimmer, nicht mehr und nicht weniger". Wichtig sei nun, dass den Worten Taten folgten. Überschattet wurde die Einigung von neuem Blutvergießen in der Ostukraine .

Merkel und Hollande hatten in Minsk rund 17 Stunden lang mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und Kremlchef Wladimir Putin verhandelt. Die Vereinbarung umfasst auch den Abzug schwerer Waffen aus einer Pufferzone im ukrainischen Kriegsgebiet.

Die USA bewerteten den Kompromiss als "potenziell bedeutenden Schritt" zu einem Frieden. Alle Beteiligten seien aufgerufen, die Verpflichtungen des Abkommens "vollständig und ohne Verzögerung einzuhalten", sagte ein Sprecher von Präsident Barack Obama . Der ukrainische Präsident Poroschenko warnte jedoch vor allzu großen Hoffnungen. "Es waren sehr schwierige Verhandlungen, und wir erwarten einen nicht einfachen Umsetzungsprozess", sagte er.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) schnürte derweil ein Milliarden-Hilfspaket für die Ukraine. Nach Angaben von IWF-Chefin Christine Lagarde soll das Land nach vorläufigen Plänen zunächst rund 17,5 Milliarden Dollar (15,5 Milliarden Euro) erhalten. Insgesamt umfasse das auf vier Jahre angelegte Programm Hilfen von rund 40 Milliarden Dollar, sagte Lagarde. > e, A 4: Meinung