Ford-Chef Gunnar Herrmann macht Druck auf Standort Saarlouis

Drohender Stellenabbau : Ford-Chef macht Druck auf Standort Saarlouis

Der Fortbestand des Ford-Werks hängt aus Sicht von Deutschland-Chef Gunnar Herrmann davon ab, dass die geplanten Einschnitte schnell umgesetzt werden.

Ford-Deutschland-Chef Gunnar Herrmann hat die Pläne des Konzerns für Einschnitte am Standort Saarlouis verteidigt und drängt auf schnelle Umsetzung. „Wir müssen jetzt reagieren, sonst gefährden wir den Fortbestand des Werkes in Saarlouis“, sagte Herrmann im SZ-Interview. Er warnte die Belegschaft davor, „stur auf die Vereinbarung“ zu Jobgarantien, Drei-Schicht-Betrieb und zur fortgesetzten Produktion des Kompakt-Vans C-Max zu bestehen und so „die notwendigen Veränderungen“ zu verzögern.

Der US-Autobauer hatte am 10. Dezember für Mitte 2019 wegen stark gesunkener Nachfrage das Ende der C-Max-Fertigung in Saarlouis und die Umstellung von einem Drei- auf einen Zwei-Schicht-Betrieb angekündigt (wir berichteten). Deshalb droht der Abbau von rund 1600 der 6300 Arbeitsplätze. Der Betriebsrat warf dem Ford-Management daraufhin Vertragsbruch vor.

Herrmann sieht nicht nur den Standort Saarlouis, sondern alle europäischen Werke unter Druck. Ford  müsse in Europa schnell wieder profitabel werden. „Wenn sich die Mitarbeiter den Veränderungen stellen, dann ist auch jeder Standort in Europa langfristig abgesichert. Je früher wir damit beginnen, desto höher die Wahrscheinlichkeit“, forderte er die Zustimmung der Belegschaft zu den Einschnitten ein.

Der neue in Saarlouis gebaute Ford Focus funktioniere „am Markt sehr gut“, lobte Herrmann. Wenn kein C-Max mehr vom Band laufe, könne der Focus aber flexibler gebaut werden. Darüber hinaus „stellen wir alle Kosten auf den Prüfstand, auch Wochenendarbeit, Überstunden und Freischichten“. Nur mit einem Zwei-Schicht-Betrieb sei die nötige Kostensenkung zu erreichen. Unter der Voraussetzung, dass Ford seine Pläne umsetzen kann, sieht Herrmann das Saarlouiser Werk „zunächst bis 2024 gesichert“. Danach komme es darauf an, aus der „Produktpalette das richtige Modell für die Fertigung nach Saarlouis zu holen“.

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