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Firmen geben Saarland bei Bildung schlechte Noten

Firmen geben Saarland bei Bildung schlechte Noten

Saarbrücken/Stuttgart. Die mittelständische Wirtschaft sieht das Saarland in der Bildungspolitik auf dem vorletzten Platz in Deutschland

Saarbrücken/Stuttgart. Die mittelständische Wirtschaft sieht das Saarland in der Bildungspolitik auf dem vorletzten Platz in Deutschland. Das ist ein Ergebnis des am Wochenende veröffentlichten "Mittelstandsbarometers 2010", für das die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young bundesweit 3000 mittelständische Betriebe zu Standortbedingungen und Wirtschaftslage befragt hat, 120 davon im Saarland. Im Vorjahr hatte das Land in dieser Studie beim Thema Bildungspolitik noch den vierten Platz belegt. Damals waren noch fast zwei Drittel (62 Prozent) der Befragten damit zufrieden. Jetzt sind es etwas mehr als die Hälfte. Weniger Zustimmung gibt es zur Bildungspolitik des eigenen Landes nur in Schleswig-Holstein.In einigen Bereichen des Rankings hat sich die Beurteilung des Saarlandes durch den eigenen Mittelstand zwar etwas verbessert - weil auch die anderen Bundesländer zulegten, fiel das Saarland im Bundesschnitt aber überall zurück.

Kritik von der SPD

Schlechtere Noten als im Vorjahr erhält unter anderem die Förderpolitik an der Saar: 63 Prozent (Vorjahr: 72 Prozent) sind damit zufrieden. Bei einem Bundesschnitt von 70 Prozent verschlechtert sich das Saarland hier vom vierten auf den letzten Platz. Obwohl immerhin noch vier von fünf Mittelständlern (81 Prozent) die Infrastruktur mit gut oder eher gut bewerten (2009: 86 Prozent), verschlechtert sich das Saarland hier vom elften auf den 14. Rang. Bei der Frage nach der Mittelstandspolitik rutscht der Standort vom fünften auf den zehnten Platz ab - obwohl die Zufriedenheit mit 68 Prozent gegenüber 66 Prozent etwas zugenommen hat.Auch bei der Einschätzung der eigenen Geschäftslage sind die Unternehmen im Bund insgesamt optimistischer als im Saarland. Während auf Bundesebene 79 Prozent die Lage als "gut" oder "eher gut" einschätzen, sind es im Saarland 72 Prozent. Der Generalsekretär der Saar-SPD, Reinhold Jost, kritisierte angesichts dieser Zahlen die Politik der Jamaika-Regierung: "Das Land verliert damit im Wettbewerb mit den anderen Bundesländern weiter an Boden. Das Saarland ist weiter auf Schlusslichtkurs." dpa/red