Fehlende Perspektive

Meinung:Fehlende Perspektive

Von SZ-KorrespondentDetlef Drewes

Inmitten aufkommender Euphorie tut die mahnende Stimme des Bundesaußenministers gut. Erfolge der alliierten Luftschläge gegen den "Islamischen Staat" sind durchaus erkennbar. Aber das reicht nicht. Denn das Wegbomben der Dschihadisten ist zu wenig, um Syrien und den Irak wieder zu normalisieren, geschweige denn zu befrieden. Der Versuch, den frisch gebackenen Machthabern in Bagdad die Verantwortung zu überlassen, war ein Fehlschlag. Die Konsequenzen haben den IS erst stark gemacht. Nun wird sich der Westen hüten, einem islamischen Land eine Art politischen Marshallplan vorzulegen, der als Blaupause für eine Neuordnung dient. Aber dringend nötig wäre doch eine klare Perspektive, wie lange die Anti-IS-Allianz ihre Bombardements fortsetzen will und wer dann die politische Arbeit zur Normalisierung der Region fortsetzt.