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Ex-Nato-Oberbefehlshaber Wesley Clark zum Rüstungsstreit USA Deutschland

Ex-Nato-Oberbefehlshaber Wesley Clark zum Rüstungsstreit der USA mit Deutschland : „Der Streit ist so alt wie das Bündnis selber“

Wesley Clark war von 1997 bis 2000, unter anderem während des Kosovo-Krieges, Oberbefehlshaber der Nato-Streitkräfte. Wir haben am Rande einer Tagung zum 70. Jubiläum der Nato in Was­hington mit dem Viersterne-General gesprochen.

General Clark, der amerikanische Vizepräsident Mike Pence hat Deutschland gerade die Leviten gelesen. Sind die Deutschen die bösen Buben der Nato?

CLARK Pence versucht die Deutschen dazu zu bringen, mehr für ihre Verteidigung zu tun. Nur hat Deutschland natürlich seine eigenen Interessen. Und sollte es tatsächlich zwei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung ausgeben, würde das nur Probleme innerhalb der Europäischen Union schaffen, weil die deutsche Wirtschaftsleistung viel größer ist als die anderer Länder. So haben es mir europäische Politiker zu verstehen gegeben. Vielleicht stimmt das sogar.

Winken Sie manchmal ermüdet ab, wenn Sie hören, wie deutsche Politiker begründen, warum sie das Zwei-Prozent-Ziel der Nato bis 2024 nicht erfüllen können?

CLARK Ich habe 1978 bei der Nato angefangen, als Assistent bei Alexander Haig, dem damaligen Oberbefehlshaber. Ich kann Ihnen versichern, der Streit um die Frage, ob jemand seinen Verpflichtungen nachkommt, ist so alt wie das Bündnis selber. Und es war schon immer ein Drängen und Schieben.