Ex-General neuer Präsident im Libanon

Ex-General neuer Präsident im Libanon

Der Libanon hat nach mehr als zwei Jahren wieder ein Staatsoberhaupt. Das Parlament wählte am Montag den christlichen Politiker und Ex-General Michel Aoun zum Präsidenten. Aoun erhielt allerdings erst im vierten Versuch und nach teilweise chaotischen Szenen die erforderliche Mehrheit. Der Verbündete der vom Iran unterstützten Schiitenmiliz Hisbollah gilt als einer der umstrittensten Politiker des Landes.

Die Wahl des neuen Präsidenten war zuvor seit Mai 2014 bereits 45 Mal gescheitert, weil sich die Parteien nicht auf einen Kandidaten einigen konnten. Mitte Oktober gab jedoch der sunnitische Ex-Premier Saad Hariri seinen Widerstand gegen Aoun auf. Es soll dabei Teil der Abmachung sein, dass Hariri erneut Ministerpräsident wird. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief zu einer raschen Regierungsbildung auf. "Die Menschen im Libanon haben es verdient, funktionierende staatliche Institutionen zu haben", sagte Ban

Der 81 Jahre alte Aoun - nach anderen Angaben ist er 83 Jahre alt - gehörte zwischen 1975 und 1990 zu den Hauptakteuren des libanesischen Bürgerkriegs. Damals leistete er Widerstand gegen die syrischen Truppen im Land. Erst nach dem Abzug der syrischen Truppen aus dem Libanon konnte der maronitische Christ im Jahr 2005 wieder ins Land zurückkehren. Danach wechselte er die Seiten und verbündete sich mit der Hisbollah , einem der wichtigsten Partner Syriens. Vor allem unter Christen im Libanon wurde Aoun dafür scharf kritisiert.

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