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EU-Vergleich: Deutsche sind besonders fleißig

EU-Vergleich: Deutsche sind besonders fleißig

Brüssel/Berlin. Die Deutschen arbeiten pro Woche länger als die meisten Europäer. Im Schnitt verbringen sie 41,2 Stunden am Arbeitsplatz. Damit belegt die Bundesrepublik vor allen anderen großen EU-Volkswirtschaften Platz sieben der fleißigsten Europäer. Das geht aus einer EU-Studie zur Entwicklung der Arbeitszeiten im Jahr 2008 hervor

Brüssel/Berlin. Die Deutschen arbeiten pro Woche länger als die meisten Europäer. Im Schnitt verbringen sie 41,2 Stunden am Arbeitsplatz. Damit belegt die Bundesrepublik vor allen anderen großen EU-Volkswirtschaften Platz sieben der fleißigsten Europäer. Das geht aus einer EU-Studie zur Entwicklung der Arbeitszeiten im Jahr 2008 hervor.

Pro Woche arbeiteten die Deutschen dreieinhalb Stunden mehr als tariflich vorgesehen. Die von den Tarifparteien vereinbarte Wochenarbeitszeit liegt der Statistik zufolge in Deutschland im Durchschnitt aller Branchen bei 37,6 Stunden. Die tatsächliche Wochenarbeitszeit sei in Deutschland oft länger als die tariflich vorgegebene, weil viele Beschäftigte Überstunden machen müssen oder in Betrieben arbeiten, die keine Tarifbindung haben, heißt es in dem Bericht.

Einige Gewerkschaftsvertreter kritisierten die Entwicklung scharf. "Das schadet dem Familienleben und beeinträchtigt langfristig möglicherweise auch die Gesundheit", sagte der stellvertretende Generalsekretär des Europäischen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, der "Welt". Wer in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit neue Beschäftigung schaffen will, müsse die Arbeit auf mehr Schultern verteilen "anstatt immer weniger Menschen immer länger arbeiten zu lassen".

Mit durchschnittlich 30 bezahlten Urlaubstagen haben die Deutschen jedoch sehr viel mehr Ferien als die meisten anderen Beschäftigten in der EU. Nur die Schweden machen mit 33 Tagen noch öfter frei. Die vielen Urlaubstage kommen den Deutschen mit Blick auf die Arbeitszeit im gesamten Jahr zugute: Mit 1650 Stunden rangiert die Bundesrepublik im EU-weiten Vergleich im unteren Mittelfeld. dpa