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EU-Staaten kassieren so viel Steuern wie nie

EU-Staaten kassieren so viel Steuern wie nie

Es ist der dritte Rekord in Folge: Die Bürger und Unternehmen in der EU haben 2012 insgesamt 5,1 Billionen Euro an Steuern und Abgaben gezahlt. Brüssel fordert nun, vor allem die Arbeitnehmer zu entlasten.

Die Einnahmen der öffentlichen Kassen in der Europäischen Union sprudeln: 2012 nahmen die 28 Länder rund 5,1 Billionen Euro an Steuern und Sozialbeiträgen ein - so viel wie nie zuvor. Wie der gestern vorgelegte Bericht über "Steuertrends in der Europäischen Union" zeigt, wuchs die Summe der Abgaben damit - nach einem Einbruch während der Wirtschaftskrise - das dritte Jahr in Folge. Ein Fünftel des Betrags, rund 1,04 Billionen Euro, konnte der deutsche Staat verbuchen. Auch der französische Staat griff mit 0,94 Billionen kräftig zu, gefolgt von Italien mit 0,69 Billionen. Nach Schätzungen der Statistikbehörde Eurostat legten die Einnahmen im vorigen Jahr noch einmal zu.

51 Prozent der gesamten Einnahmen kamen 2012 aus Steuern auf Arbeit, in Deutschland waren es sogar 56,6 Prozent. Konsumsteuern machten im EU-Schnitt gut 28 Prozent der Gesamtsumme aus, Steuern auf Kapital knapp 21 Prozent. Das Steueraufkommen wächst aber nicht nur in absoluten Zahlen. Auch die Abgaben-Quote, also der Anteil von Steuern und Sozialbeiträgen am Brutto-Inlandsprodukt, stieg um 0,6 Punkte auf 39,4 Prozent.

Die EU-Kommission sieht den Anstieg der Einnahmen zwar positiv, ist aber unzufrieden mit der Verteilung der Steuerlast. Europaweit müssten Arbeitnehmer nach wie vor den Großteil der Lasten schultern, heißt es in dem Bericht. Steuerkommissar Algirdas Semeta machte sich für eine Senkung dieser Steuern stark. Niedrigere Lohnsteuern förderten auch die Wettbewerbsfähigkeit der Firmen, sagte er. Zudem sprach sich Semeta dafür aus, durch Steuern etwa im Umweltbereich Impulse für Wachstum zu setzen.