EU-Richter stärken Rechte von Flug-Passagieren bei Verspätung

EU-Richter stärken Rechte von Flug-Passagieren bei Verspätung

Brüssel. Rechtzeitig zu Beginn der Reisewelle hat das höchste Gericht der EU die Fluggast-Rechte gestärkt. Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg (EuGH) stellte gestern klar, dass eine Entschädigung von der Dauer der Verspätung am Zielort abhängt - auch bei kombinierten Flugverbindungen

Brüssel. Rechtzeitig zu Beginn der Reisewelle hat das höchste Gericht der EU die Fluggast-Rechte gestärkt. Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg (EuGH) stellte gestern klar, dass eine Entschädigung von der Dauer der Verspätung am Zielort abhängt - auch bei kombinierten Flugverbindungen. Im konkreten Fall war eine Frau mit der Fluglinie Air France von Bremen über Paris und Sao Paulo (Brasilien) nach Asuncion (Paraguay) geflogen. Schon die erste Maschine hob mit zweieinhalbstündiger Verspätung ab, so dass die Anschlussflüge nicht erreicht wurden. In Paraguay kam die Frau elf Stunden später an, als bei der Buchung vorgesehen. Der Bundesgerichtshof hatte aber eine Entschädigung verneint, weil die Verspätung beim Abflug unter der Grenze von Drei-Stunden gelegen habe, ab der laut EU-Vorschrift Erstattungen von bis zu 600 Euro geleistet werden müssen. Die EU-Richter stellten nun über diesen Fall hinaus klar, dass nicht die Verspätungen einzelner Flugzeuge, sondern die Verspätung am Ende der Reise zählt. (Az: EuGH C-11/11). dr