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"Es geht um einen Politikwechsel"

"Es geht um einen Politikwechsel"

Herr Barthel, ist Steinbrück der richtige Kanzlerkandidat?Barthel: Ja, auf jeden Fall. Vor allem deshalb, weil er in seiner Rede klar den politischen Führungsanspruch der SPD nach der nächsten Bundestagswahl reklamiert hat. Es geht um einen kompletten Regierungswechsel, und es geht um einen Politikwechsel

Herr Barthel, ist Steinbrück der richtige Kanzlerkandidat?Barthel: Ja, auf jeden Fall. Vor allem deshalb, weil er in seiner Rede klar den politischen Führungsanspruch der SPD nach der nächsten Bundestagswahl reklamiert hat. Es geht um einen kompletten Regierungswechsel, und es geht um einen Politikwechsel.

Ist Steinbrücks Stolperstart - Stichwort Vortragshonorare - damit nun vergessen?

Barthel: Ich denke, das ist jetzt wirklich weg. Das hat die Stimmung unter den Parteitagsdelegierten eindrucksvoll gezeigt.

Bis eben war die SPD-Linke wenig von Steinbrück begeistert. Was hat sich da konkret verändert?

Barthel: Steinbrück hat in den letzten Wochen deutlich gemacht, dass er bereit und in der Lage ist, die inhaltlichen Beschlüsse und die Korrekturen an der Agenda 2010 zu vertreten. Darüber freuen wir uns natürlich sehr.

Ist Steinbrück wirklich geeignet, das Thema soziale Gerechtigkeit glaubwürdig zu vertreten?

Barthel: Mit seiner Rede hat Steinbrück gezeigt, dass er Sozialpolitik auch kann. Aber es braucht auch ein Team, das dieses Thema glaubwürdig abdecken kann.

Wahlen werden in der Mitte gewonnen, sagt Steinbrück. Ist eine Konzentration auf die Armutsbekämpfung da das richtige Rezept?

Barthel: Das ist ein Thema für die Mitte der Gesellschaft. Denn die Armut ist mittlerweile auch dort angekommen. Wie müssen die Themen aufgreifen, die die Menschen bedrücken, und da gehört die soziale Gerechtigkeit klar dazu.

Auch die CDU will Lohnuntergrenzen und eine Art Mindestrente. Obendrein ist Angela Merkel sehr beliebt. Wie will die SPD da punkten?

Barthel: Die CDU spitzt zwar den Mund in der Sozialpolitik, aber sie pfeift nicht. Ihre Pläne sind nur Placebos. Das Programm der SPD ist hier wesentlich überzeugender, als das was Schwarz-Gelb macht. Und wenn wir es schaffen, den Kandidaten und das Programm glaubwürdig zusammenzuführen, dann hat auch Angela Merkel schlechte Karten. Bei der inhaltlichen Debatte im Wahlkampf wird sich zeigen, was ihre Beliebtheitswerte tatsächlich wert sind.

Müsste die SPD nicht auf die Linkspartei zugehen, um ihren angepeilten Richtungswechsel glaubwürdig zu vertreten?

Barthel: Es nützt uns nichts, über bestimmte Koalitionen zu diskutieren. Erst einmal geht es um sozialdemokratische Inhalte. Damit werden wir gewinnen. Und nicht damit, das wir der einen oder anderen Seite hinterherlaufen.

Aber die SPD strebt eine rot-grüne Koalition an. Was, wenn es dafür nicht reicht?

Barthel: Noch einmal, ich wehre mich dagegen, diese Wenn-dann-Fragen durchzuspielen, weil sie nur zur Verwirrung beitragen und von den Inhalten ablenken. Koalitionsdebatten zum jetzigen Zeitpunkt sind da nur schädlich.

Auf einen Blick

Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) ist nach eigenen Angaben die größte Organisation in der SPD. Darin organisiert sind unter anderem Arbeitnehmer, Betriebs- und Personalräte, Jugendvertreter sowie Vertrauensleute. red