Erstmals seit 20 Jahren mehr Unfalltote

Wiesbaden/Saarbrücken. Erstmals in diesem Jahrhundert sind auf deutschen Straßen wieder mehr Menschen tödlich verunglückt. Im vergangenen Jahr gab es 4009 Tote, fast zehn Prozent mehr als im Jahr 2010. Die meisten Opfer (fast 61 Prozent) starben auf Landstraßen

Wiesbaden/Saarbrücken. Erstmals in diesem Jahrhundert sind auf deutschen Straßen wieder mehr Menschen tödlich verunglückt. Im vergangenen Jahr gab es 4009 Tote, fast zehn Prozent mehr als im Jahr 2010. Die meisten Opfer (fast 61 Prozent) starben auf Landstraßen. Der Straßenverkehr habe 2011 im Schnitt elf Menschen pro Tag das Leben gekostet, rechnete am Freitag das Statistische Bundesamt vor. Auch die Zahl der Verletzten stieg: Es gab gut zehn Prozent mehr Schwer- und fast fünf Prozent mehr Leichtverletzte.Als mögliche Ursache nennt das Bundesamt auch das Wetter: 2011 war der Winter mild, das Frühjahr trocken, der Sommer verregnet und der Herbst sonnig. Bei solchen Verhältnissen wird erfahrungsgemäß mehr und schneller gefahren. Bei schönem Wetter sind auch mehr Fußgänger und Motorradfahrer unterwegs. Das könnte ein Grund sein, dass die Zahl der tödlich verunglückten Fußgänger um 29 Prozent auf 614 und die der Motorradfahrer und -beifahrer um 11,5 Prozent auf 708 stieg.

Im Saarland ging die Zahl der Verkehrstoten entgegen der bundesweiten Entwicklung minimal zurück: Im Jahr 2011 verloren hierzulande laut Statistischem Bundesamt 40 Menschen im Verkehr ihr Leben (2010: 42). Dafür gab es 5,3 Prozent mehr Unfälle mit Verletzten - insgesamt 5567. Die Zahl der Unfälle insgesamt ging um 1,4 Prozent zurück - auf 30 988. Von den 40 tödlich Verunglückten im Saarland starben 30 außerhalb von Ortschaften, sieben davon auf Autobahnen. Die meisten Opfer waren Autofahrer (22), fünf Motorradfahrer, acht Fußgänger. Unfälle mit Toten oder Verletzten wurden im Saarland in den meisten Fällen (4996) durch falsches Fahrverhalten verursacht. Nur 496 gingen auf schlechte Straßen- oder Wetterbedingungen oder Hindernisse zurück. Häufigste Unfallursache war im Saarland das Missachten der Vorfahrt (661), vor zu schnellem Fahren (590) und geringem Sicherheitsabstand (427). dpa/red

Foto: Feuerwehr