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Erneut weniger Einbrüche in Deutschland - auch im Saarland?

BKA-Bilanz : Erneut weniger Einbrüche in Deutschland

Noch immer verbreiten Einbrecher vielerorts Angst und Schrecken. Insgesamt aber geht die Zahl der Delikte zurück, auch dank moderner Technik.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland dürfte im zu Ende gehenden Jahr zum dritten Mal in Folge gesunken sein. „Auch für 2018 erwarten wir einen weiteren Rückgang der Fallzahlen“, erklärte der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch. „Die gute Zusammenarbeit der Polizeien des Bundes und der Länder und die Maßnahmen, die sowohl Prävention als auch die Strafverfolgung umfassen, zahlen sich aus“, sagte er.

Die Zahl der versuchten und vollendeten Einbrüche in Häuser und Wohnungen war von 2008 bis 2015 kontinuierlich nach oben gegangen und hatte ein besorgniserregendes Niveau erreicht. Der Höhepunkt lag schließlich bei insgesamt 167 136 registrierten Fällen. Im Jahr 2016 gab es dann erstmals wieder einen Rückgang, der sich 2017 fortsetzte, als bundesweit noch 116 540 Fälle erfasst wurden. Die genaue Zahl für 2018 wird mit der neuen Kriminalstatistik voraussichtlich im kommenden Frühjahr veröffentlicht.

Im Saarland hatte es 2017 nach offiziellen Zahlen einen deutlichen Rückgang der Wohnungseinbrüche um 556 auf 1391 gegeben. Das war ein Minus von fast 29 Prozent. Gleichzeitig wurde die Aufklärungsquote um gut zehn Punkte auf 27 Prozent gesteigert. Bundesweit lag diese Quote im Vorjahr gerade einmal bei 17,8 Prozent.

Ähnlich wie das BKA rechnen auch die Versicherer mit einem erneuten Rückgang von Einbruchsdelikten im Land. „Unsere Schadenzahlen der ersten drei Quartale sinken“, erklärte Bernhard Gause, Mitglied der Geschäftsführung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. „Das erfahrungsgemäß schadenreichste vierte Quartal ist noch nicht zu Ende, aber wir haben keinerlei Anzeichen für einen überdurchschnittlichen Verlauf“, betonte er. Ein Grund für den Rückgang könnte aus Sicht der Versicherer die höhere Ausstattung der Haushalte mit Sicherheitstechnik sein. Viele Menschen hätten dafür die staatliche Förderung der KfW genutzt. „Das zahlt sich aus: Fast 45 Prozent der Einbruchsversuche brechen Täter ab, wenn sie nicht schnell genug reinkommen.“ Dennoch blieben Einbrüche ein gesellschaftliches Problem. „Denn trotz des Rückgangs sind die Fallzahlen zu hoch, die Aufklärungsquoten zu gering“, kritisierte Gause.

Angesichts der starken Zunahme bis 2015 waren Ermittler und Politiker unter Druck geraten, ihren Kampf gegen Einbrecher zu verstärken. Eine Konsequenz war eine Strafverschärfung, die seit Sommer 2017 gilt: Beim Einbruch in eine Privatwohnung ist für überführte Täter jetzt eine Mindeststrafe von einem Jahr Haft statt zuvor sechs Monaten fällig. Der Strafrahmen reicht bis zu zehn Jahren Gefängnis.