Eine Kanzlerin, fünf Frauen, zehn Männer

Eine Kanzlerin, fünf Frauen, zehn Männer

Es ist vollbracht, die neue Regierung steht und kann morgen (endlich) mit der Arbeit beginnen. An diesem Dienstag wird Angela Merkel wieder zur Kanzlerin gewählt, es ist ihr drittes Mal.

Heiko Maas (SPD), Justiz und Verbraucherschutz. Der Neue in Berlin. Der Saarländer kann große Koalition. An der Saar war der gelernte Jurist Wirtschaftsminister. Der 47-Jährige wird Gegenspieler des Innenministers. Verbraucherschutz ist zudem ein populäres, mit vielen Rechtsfragen verbundenes Thema. Klug, beides zu bündeln. Foto: Becker&Bredel. Foto: Becker&Bredel

Danach will Bundespräsident Joachim Gauck das neue Regierungsteam - in dem übrigens doppelt so viele Männer wie Frauen vertreten sind - ernennen.

Die Überraschungen in Merkels drittem Kabinett sind nicht auf den ersten Blick erkennbar. Die neue Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gehört zweifellos dazu, die erste Frau auf diesem Schleudersitz. Auch der neue Justizminister Heiko Maas (SPD), der aus dem Saarland kommt. Ansonsten fällt vor allem auf, wer nicht (mehr) dabei ist: Ronald Pofalla (CDU), der den undankbaren Stressjob im Kanzleramt leid ist und dem Vernehmen nach in die lukrative Wirtschaft strebt. Und Maut-Minister Peter Ramsauer (CSU), der es sich offenbar mit CSU-Chef Horst Seehofer verscherzt hat und das Verkehrsressort an den flexiblen Parteifreund Alexander Dobrindt abgeben muss. Außerdem hat der Münchner Parteichef noch gleich seinen Innenminister Hans-Peter Friedrich degradiert, der ins Agrarministerium muss - das auch noch den Verbraucherschutz verlor. Das ist vielleicht der interessanteste Aspekt der neuen Mann-, beziehungsweise Frauschaft: Die CSU schickt drei Männer ins Kabinett, die kaum Begeisterung auslösen; und Seehofer hat neuen Ärger am Hals, denn die Namen überzeugen nicht.

Fast noch spannender ist die zweite Reihe: Die Kanzlerin setzt im Kanzleramt einen Staatssekretär ein, der sich um die Geheimdienste kümmern soll. Die gesuchte Person ist allerdings noch namenlos. Für Verblüffung sorgt der Wechsel des Ex-Finanzstaatssekretärs und EZB-Direktors Jörg Asmussen ins Arbeits- und Sozialministerium. Wer hätte gedacht, dass der smarte Finanzmensch, der sich souverän auf internationalem Parkett bewegt, mal unter der früheren Jusovorsitzenden Andrea Nahles dienen würde . . .

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