Ein Funken Hoffnung

In einer Zeit, da die Politik in vielen Teilen der Welt unter dem Banner des Postfaktischen wieder munter in Nationalismus und Abgrenzung macht, gibt es in Mitteleuropa zwei kleine Völker, die Gegenteiliges versuchen. Nachdem die organisierten Sudetendeutschen und die tschechische Politik jahrzehntelang in Schützengräben verharrten, gehen sie in beachtlichem Tempo aufeinander zu. Das ist ein kleiner Funke der Hoffnung in einer Welt, die dem Vernehmen nach aus den Fugen geraten ist. Eine Initialzündung für einen Neustart des alten Kontinents ohne nationalistische Rückfälle wie sie auch in Ungarn und Polen zu beobachten sind?

Das ist wohl etwas hoch gegriffen, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Zumal die Annäherung zwischen den sudetendeutschen Vertriebenen und der Tschechischen Republik noch nicht unumkehrbar ist. Was die Sudetendeutschen angeht, darf man wohl die Widerstände gegen den Annäherungskurs, der vor allem vom sudetendeutschen Sprecher Bernd Posselt vorangetrieben wird, als überwunden ansehen. In Tschechien wird es noch länger dauern.

Ralf Müller