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Edeka, Rewe, Aldi und Lidl führen eine einheitliche Kennzeichnung auf Verpackungen für Rind- und Schweinefleisch sowie Geflügel ein

Handelsketten führen neues Tierwohl-Label ein : Premium-Fleisch von glücklichen Schweinen

Viele würden beim Schnitzel in der Kühltheke gern wissen, wie die Tiere gelebt haben. Nur woran sieht man das? Jetzt startet der Handel ein neues Logo.

Felicitas ist ein glückliches Schwein. Sein Bauer lässt es in einem großen Gehege mit seinen Artgenossen herumtollen. Dort kann es von früh bis spät das derzeit wunderschöne Frühlingswetter genießen und sich nach Lust und Laune im Dreck suhlen. Und wenn Felicitas eines Tages das Schicksal der allermeisten Zuchtsauen auf deutschen Höfen ereilt, dann kann ihr Bauer nachweisen, dass Felicitas ein schweinewürdiges Leben hatte, und außerdem auf einen höheren Verkaufserlös hoffen.

Beim Fleisch-Einkauf soll es ab heute einfacher werden, die Haltungsbedingungen der Tiere zu erkennen. Die großen Supermarktketten wie Edeka, Rewe, Aldi und Lidl führen eine einheitliche Kennzeichnung auf Verpackungen für Rind- und Schweinefleisch sowie Geflügel ein. Das neue Logo mit der Aufschrift „Haltungsform“ soll Kunden auf einen Blick informieren, wie die Schlachttiere gelebt haben – mit vier Stufen, die mit dem gesetzlichen Mindeststandard beginnen. Damit kommt der Handel dem von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) geplanten staatlichen Label zuvor, das ab 2020 bessere Tierwohl-Bedingungen anzeigen soll.

Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka teilte vor dem Start mit, er stelle seit Mitte März seine Eigenmarkenartikel für Fleisch und Wurst schrittweise auf die neue Haltungskennzeichnung um. Ab heute werde ein Großteil aller Selbstbedienungsartikel damit erhältlich sein. Auch Rewe, Aldi und Lidl teilten mit, die Umstellung auf das neue einheitliche Layout laufe bereits und werde schrittweise verwirklicht. Eine Reihe von Handelsketten wie Lidl, Aldi oder Rewe hatte schon in den vergangenen Monaten eigene Kennzeichnungssysteme in Sachen Tierhaltung eingeführt. Doch war dies für Verbraucher wegen der Uneinheitlichkeit der Kennzeichnung teilweise verwirrend.

Das einheitliche System sieht nun vier Stufen vor: Die erste Stufe „Stallhaltung“ entspricht lediglich den gesetzlichen Anforderungen. Fleisch, das mit der Stufe zwei – „Stallhaltung plus“ – gekennzeichnet ist, sichert Tieren unter anderem mindestens zehn Prozent mehr Platz und zusätzliches Beschäftigungsmaterial. Stufe drei namens „Außenklima“ garantiert Tieren noch mehr Platz und Frischluft-Kontakt. Bei Stufe vier „Premium“ haben sie außerdem Auslaufmöglichkeiten im Freien. Auch Biofleisch soll in diese Stufe eingeordnet werden.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte die Kennzeichnung als „Mogelpackung“. Sie gaukele Verbrauchern vor, sie könnten mit ihrem Einkauf die Zustände in den Ställen maßgeblich verbessern, sagte Foodwatch-Experte Matthias Wolfschmidt. Es gehe aber nur um formale Haltungsbedingungen. „Das garantiert nicht, dass es den Tieren gut geht.“

Grünen-Ernährungsexpertin Renate Künast sagte: „Die Kunden haben bei jedem Stück Fleisch das Recht zu wissen, wie die Tiere gehalten wurden.“ Es sei gut, dass die Branche vorangehe und selbst eine Haltungskennzeichnung einführe.

HANDOUT - 11.01.2019, Bonn: Die undatierte Grafik zeigt die Haltungskennzeichnung «Premium» (Stufe 4) der Initiative Tierwohl (ITW). Das nun von der ITW entwickelte System besteht aus vier Stufen. Die erste Stufe «Stallhaltung» entspricht lediglich den gesetzlichen Anforderungen. Fleisch, das mit der Stufe 2 «Stallhaltung plus» gekennzeichnet ist, sichert den Tieren unter anderem mehr Platz und zusätzliches Beschäftigungsmaterial. Stufe 3 «Außenklima» garantiert den Tieren noch mehr Platz und Frischluft-Kontakt. Bei Stufe 4 «Premium» haben sie außerdem Auslaufmöglichkeiten im Freien, auch Biofleisch wird in diese Stufe eingeordnet. Foto: -/Initiative Tierwohl/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit einer Berichterstattung über die Initiative Tierwohl (ITW) und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: dpa/-
HANDOUT - 11.01.2019, Bonn: Die undatierte Grafik zeigt die Haltungskennzeichnung «Außenklima» (Stufe 3) der Initiative Tierwohl (ITW). Das nun von der ITW entwickelte System besteht aus vier Stufen. Die erste Stufe «Stallhaltung» entspricht lediglich den gesetzlichen Anforderungen. Fleisch, das mit der Stufe 2 «Stallhaltung plus» gekennzeichnet ist, sichert den Tieren unter anderem mehr Platz und zusätzliches Beschäftigungsmaterial. Stufe 3 «Außenklima» garantiert den Tieren noch mehr Platz und Frischluft-Kontakt. Bei Stufe 4 «Premium» haben sie außerdem Auslaufmöglichkeiten im Freien, auch Biofleisch wird in diese Stufe eingeordnet. Foto: -/Initiative Tierwohl/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit einer Berichterstattung über die Initiative Tierwohl (ITW) und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: dpa/-
HANDOUT - 11.01.2019, Bonn: Die undatierte Grafik zeigt die Haltungskennzeichnung «Stallhaltung plus» (Stufe 2) der Initiative Tierwohl (ITW). Das nun von der ITW entwickelte System besteht aus vier Stufen. Die erste Stufe «Stallhaltung» entspricht lediglich den gesetzlichen Anforderungen. Fleisch, das mit der Stufe 2 «Stallhaltung plus» gekennzeichnet ist, sichert den Tieren unter anderem mehr Platz und zusätzliches Beschäftigungsmaterial. Stufe 3 «Außenklima» garantiert den Tieren noch mehr Platz und Frischluft-Kontakt. Bei Stufe 4 «Premium» haben sie außerdem Auslaufmöglichkeiten im Freien, auch Biofleisch wird in diese Stufe eingeordnet. Foto: -/Initiative Tierwohl/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit einer Berichterstattung über die Initiative Tierwohl (ITW) und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: dpa/-
HANDOUT - 11.01.2019, Bonn: Die undatierte Grafik zeigt die Haltungskennzeichnung «Stallhaltung» (Stufe 1) der Initiative Tierwohl (ITW). Das nun von der ITW entwickelte System besteht aus vier Stufen. Die erste Stufe «Stallhaltung» entspricht lediglich den gesetzlichen Anforderungen. Fleisch, das mit der Stufe 2 «Stallhaltung plus» gekennzeichnet ist, sichert den Tieren unter anderem mehr Platz und zusätzliches Beschäftigungsmaterial. Stufe 3 «Außenklima» garantiert den Tieren noch mehr Platz und Frischluft-Kontakt. Bei Stufe 4 «Premium» haben sie außerdem Auslaufmöglichkeiten im Freien, auch Biofleisch wird in diese Stufe eingeordnet. Foto: Initiative Tierwohl/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit einer Berichterstattung über die Initiative Tierwohl (ITW) und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: dpa/-

Die Umweltorganisation Greenpeace forderte alle Anbieter auf, Fleisch freiwillig zu kennzeichnen, solange es keine gesetzliche Verpflichtung dazu gebe. Eine eigene Abfrage bei Wurstherstellern habe aber keine Bereitschaft dazu erkennen lassen. Dies zeige, wie wichtig eine Kennzeichnungspflicht sei. Ein weiteres freiwilliges Label, wie von Agrarministerin Julia Klöckner geplant, stifte nur Verwirrung, löse aber die Probleme nicht. Damit in artgerechtere Haltung investiert werden könne, müsse mehr Geld bei den Tierhaltern ankommen. Nicht nur Felicitas und ihr Bauer würden das danken.