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Drama in Syrien: Millionen auf der Flucht

Drama in Syrien: Millionen auf der Flucht

Istanbul/Genf. Internationale Flüchtlings-Organisationen schlagen Alarm: Die Zahl der notleidenden Menschen im Bürgerkriegsland Syrien wächst dramatisch. Inzwischen gebe es rund vier Millionen Flüchtlinge allein innerhalb des Landes, sagte gestern eine Sprecherin des Flüchtlingskommissariats UNHCR. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz warnte vor einer humanitären Katastrophe

Istanbul/Genf. Internationale Flüchtlings-Organisationen schlagen Alarm: Die Zahl der notleidenden Menschen im Bürgerkriegsland Syrien wächst dramatisch. Inzwischen gebe es rund vier Millionen Flüchtlinge allein innerhalb des Landes, sagte gestern eine Sprecherin des Flüchtlingskommissariats UNHCR. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz warnte vor einer humanitären Katastrophe.Nach Angaben des UNHCR sind in den Nachbarländern Syriens und in Ägypten mehr als 1,2 Millionen syrische Flüchtlinge registriert. Damit wäre mindestens ein Viertel der gut 20 Millionen Syrer, die zuletzt im Land lebten, auf der Flucht vor dem Regime von Präsident Baschar al-Assad. Die Kämpfe gehen derweil unvermindert weiter, vor allem im Großraum Damaskus. Bis gestern Mittag starben nach Angaben von Aktivisten mindestens 21 Menschen, am Vortag waren es mehr als 150.

Nach Rot-Kreuz-Angaben können viele Syrer nur noch dank internationaler Hilfslieferungen überleben. Das Ausbleiben humanitärer Unterstützung könne für Hunderttausende "katastrophale Folgen" haben, warnte Verbandsvertreter Jeroen Carrin. "Eine wachsende Zahl von Vertriebenen hat inzwischen keinerlei Einkommen oder Ersparnisse mehr und ist vollkommen abhängig von der Hochherzigkeit von Landsleuten und der internationalen Gemeinschaft." Den Helfern fehlt es indes an Geld. Von den benötigten rund 800 000 Euro sei erst ein knappes Drittel eingegangen, hatte das UN-Kommissariat Mitte März bilanziert.

Nachdem Oppositionelle erst vor kurzem über seinen Tod spekuliert hatten, gab Baschar al-Assad türkischen Medien eines seiner seltenen Interviews. Dabei griff er den türkischen Regierungschef scharf an: "Erdogan lügt." Die Türkei werbe für Verhandlungen, unterstütze aber syrische Rebellen mit Waffen, sagte Assad. Russlands Präsident Wladimir Putin mahnte derweil Friedensgespräche in Syrien an und forderte einen Stopp der Waffenlieferungen an die Opposition. Was in Syrien vor sich gehe, sei "ein Massaker", sagte Putin. Russland zählt zu den wichtigsten Waffenlieferanten des Assad-Regimes. dpa/red

Foto: AFP/HO/SANA