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Die Welt ringt um Frieden in Nahost

Die Welt ringt um Frieden in Nahost

Die blutige Zuspitzung im Nahost-Konflikt geht weiter. Israel schickte erstmals in dieser Krise Bodentruppen in den Gazastreifen, die Möglichkeit einer Invasion wächst. Die Diplomatie kommt derweil auf Touren.

Im Gaza-Konflikt ist trotz zunehmender Opferzahlen und internationaler Friedensappelle kein Ende des Blutvergießens in Sicht. Knapp eine Woche nach Beginn ihrer Offensive weitete die israelische Armee gestern ihren Einsatz gegen militante Palästinenser noch aus. Erstmals drangen Elitesoldaten in den Gazastreifen am Mittelmeer ein. Sie landeten in der Nacht zum Sonntag an der Küste, um besonders häufig genutzte Abschussrampen der radikal-islamischen Hamas zu zerstören. Israels Streitkräfte bombardierten als Reaktion auf den ständigen Raketenbeschuss seit Dienstag massiv Ziele aus der Luft. Die Zahl der Opfer stieg praktisch stündlich - auf zuletzt mindestens 166 Tote und 1120 Verletzte. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hält sich die Option einer größeren Bodenoffensive offen, sollte der Beschuss aus dem Gazastreifen nicht aufhören. Der Gazastreifen ist flächenmäßig etwa so groß wie Köln, allerdings leben dort mit 1,8 Millionen Menschen beinahe doppelt so viele wie in der Stadt am Rhein.

Die internationalen Bemühungen um eine Waffenruhe nahmen angesichts der Zuspitzung an Fahrt auf. Noch am Sonntag wollten die Außenminister Deutschlands, der USA, Großbritanniens und Frankreichs am Rande der Iran-Atomgespräche in Wien zusammentreffen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier wird heute und morgen zur Vermittlung im Nahen Osten erwartet.

Israels Streitkräfte haben seit Beginn der Offensive nach eigenen Angaben 1320 Ziele in der Mittelmeer-Enklave angegriffen. Gleichzeitig gingen demnach mehr als 800 Raketen der Hamas auf israelischem Gebiet nieder, rund 140 davon wurden von der Raketenabwehr abgefangen. > e, Meinung