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Die Wehrpflicht - ein Auslaufmodell in der Nato

Die Wehrpflicht - ein Auslaufmodell in der Nato

USA: Die Vereinigten Staaten haben seit 1973 eine Berufsarmee. Hintergrund für die Abschaffung der Wehrpflicht war die Unbeliebtheit des Vietnamkriegs. Im Frühjahr 2011 gab es knapp 1,5 Millionen aktive Soldaten. Die hohe Opferzahl beim Irak-Einsatz hat vorübergehend dazu geführt, dass bei einzelnen Teilstreitkräften die jährlichen Rekrutierungsziele nicht erreicht wurden

USA: Die Vereinigten Staaten haben seit 1973 eine Berufsarmee. Hintergrund für die Abschaffung der Wehrpflicht war die Unbeliebtheit des Vietnamkriegs. Im Frühjahr 2011 gab es knapp 1,5 Millionen aktive Soldaten. Die hohe Opferzahl beim Irak-Einsatz hat vorübergehend dazu geführt, dass bei einzelnen Teilstreitkräften die jährlichen Rekrutierungsziele nicht erreicht wurden. Problematisch ist, dass viele junge Leute zur Truppe wollen, die wegen mangelnder Bildung oder wegen eines schwierigen sozialen Umfelds woanders nicht unterkommen. Experten meinen, dass sich dies bisweilen in einer "Verrohung" niederschlägt, wie sie sich auch im Folterskandal um Abu Ghoreib im Irak widergespiegelt habe. Um mehr Langzeit-Soldaten und Spezialisten auf verschiedenen Gebieten zu gewinnen, wirbt der Staat mit Bonus-Zahlungen von bis zu 40 000 Dollar und anderen Vergünstigungen.Großbritannien: Dort wurde bereits 1963 die Wehrpflicht abgeschafft. Großbritannien war damit Vorreiter bei der Professionalisierung der Streitkräfte in Europa. Der Berufsarmee gehörten im vergangenen Jahr 178 000 Soldaten an - eine Größe, auf die auch die Bundeswehr im Zuge der Reform ungefähr schrumpfen wird. Im Zuge der Finanzkrise gingen wegen des allgemeinen Ausbildungsplatzmangels wieder mehr junge Leute zum Militär - obwohl Großbritannien in Afghanistan große Verluste erlitten hat.

Frankreich: Ungerecht, zu teuer und nicht vereinbar mit den neuen strategischen Herausforderungen - mit dieser Begründung hat Frankreich bereits vor mehr als einem Jahrzehnt das Ende der Wehrpflicht eingeläutet. 1997 beschloss das Parlament die unbefristete Aussetzung des Militärdienstes. Seit Ende 2001 gibt es keine Wehrdienstleistenden mehr. Bewerber für den Dienst mit der Waffe gab und gibt es genügend. Jedoch ist die Armee seit Mitte der 90er Jahre von 500 000 auf 315 000 Soldaten und zivile Mitarbeiter im vergangenen Jahr verkleinert worden.

Spanien: In Spanien ist die Wehrpflicht seit 2001 abgeschafft. Beim Übergang zu einer Berufsarmee spielte damals eine wichtige Rolle, dass der Wehrdienst bei jungen Spaniern ausgesprochen unbeliebt war. In der Berufsarmee fehlte es anfangs an Soldaten, was auch auf den geringen Sold zurückgeführt wurde. Die Regierung musste vorübergehend die Sollstärke senken. Die Wirtschaftskrise hatte zur Folge, dass sich verstärkt junge Leute rekrutieren ließen. Zudem warb Spanien tausende Soldaten aus spanischsprachigen Ländern Lateinamerikas an mit der Zusage, ihnen nach Ablauf der Dienstzeit die spanische Staatsangehörigkeit zu gewähren. Den spanischen Streitkräften gehören über 210 000 Militärs an.

Italien: Die italienische Regierung beschloss 1999 die Aussetzung der Wehrpflicht. Die Zahl der Berufssoldaten wurde bis 2005 schrittweise erhöht und die Zahl der Wehrpflichtigen langsam bis auf null verringert. Seit 2000 sind Frauen zum Militärdienst zugelassen. Insgesamt gehören den italienischen Streitkräften rund 178 570 Soldaten an, 11 000 davon Frauen. dpa