Die nächste Peinlichkeit

Was wollen Landespolitik und Stiftung Saarländischer Kulturbesitz den Bürgern noch zumuten? Nach Kostensteigerungen , Verschwendung von Steuergeldern, Baumängeln und unzähligen Skandalen um die Museumserweiterung in Saarbrücken soll jetzt der Wortlaut einer Landtagsdebatte in Fassade und Bodenplatten eingearbeitet werden.

Das Konzept der Architekten und eines Künstlers klingt wie ein schlechter Scherz und wurde dennoch am Freitag ernsthaft vorgestellt. Was sollen aber nachfolgende Generationen mit teilweise banalen Zwischenrufen, Geschäftsordnungsgeplänkel und einer in Zukunft kaum nachvollziehbaren Debatte anfangen? Andernorts werden Verfassungen oder große Dichterworte in Stein gemeißelt. Im Saarland reicht es nur für eine Dokumentation des politischen Versagens. Abschreckung statt Einladung? Ein Gebäude und seine Zugänge können mit Schrift und Wort aufgeladen werden. Dies ist eine ausgezeichnete Idee. Dafür jedoch das Protokoll einer Landtagsdebatte zu verwenden, wäre die nächste Peinlichkeit. Der angesehene Künstler scheint für Alternativen offen. Politik und Stiftung wären gut beraten, dies im Interesse von Museum und Land zu nutzen.