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„Die Grünen trauen sich nicht“

„Die Grünen trauen sich nicht“

Nach Ansicht von CDU-Vize Julia Klöckner haben die Sondierungsgespräche von Union und Grüne mehr Verständnis füreinander gebracht. Das sagte die Rheinland-Pfälzerin SZ-Korrespondent Hagen Strauß.

Frau Klöckner, warum sind die Gespräche mit den Grünen gescheitert?

Klöckner: Irgendwann muss man springen und sagen, es klappt oder es klappt nicht. Nach meiner Einschätzung kamen wir nicht zusammen, weil die Grünen sehr an ihren Steuererhöhungen festgehalten haben. Als dann noch gefordert wurde, den Hartz-IV-Satz um einiges zu erhöhen, ohne deutlich zu machen, woher das Geld kommen und wie die Wettbewerbsfähigkeit des Landes erhalten bleiben soll, ging es nicht mehr richtig voran.

Aber die Bewertung des Treffens war doch kuschelig. Ist die Tür für Schwarz-Grün jetzt offener?

Klöckner: Es hatte schon eine neue Qualität, dass Union und Grüne so ernsthaft auf Bundesebene sondiert haben. Für die Zukunft sind die Türen offener. Beide Seiten haben ein neues Verständnis füreinander gewonnen. Ich finde auch bemerkenswert, dass die Grünen sagen, wenn es mit Schwarz-Rot nicht klappen sollte, könne man sich noch mal zusammensetzen.

Und, kann man?

Klöckner: Die Türen sind zwar offen, aber sie sind auch nicht ewig geöffnet. Die Grünen trauen sich nicht wirklich - das ist doch der Punkt. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sie in einer Richtungsfindung sind. Weil sie mit ihrem Wahlergebnis deutlich unter zehn Prozent an Relevanz verloren haben.

Muss die Union künftig nicht anders mit den Grünen umgehen? Weniger Attacken?

Klöckner: Auch bei manchem Grünen wird das Feindbild CDU gleich Hinterwäldler gepflegt. Wir sind keine Leute, die fest zementiert sind. Trotzdem gilt: Jede Partei ist für ihre Botschaften verantwortlich. Ich frage mich schon, welcher Geist mitunter bei den Grünen herrscht, wenn sie die Obermoralisten spielen.

Das vollständige Interview lesen Sie auf www.saarbruecker-zeitung.de/berliner-buero