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Die AfD will Deutschland ab dem Jahr 2021 regieren

Die AfD will Deutschland ab dem Jahr 2021 regieren

Am Tag nach der Berlin-Wahl ergötzt sich die AfD an ihrem erneut zweistelligen Erfolg. Die Partei sieht sich klar auf dem Weg in den Bundestag, wo sie perspektivisch die CDU ersetzen will. Auch die FDP fühlt sich wieder stark.

Inzwischen haben die Auftritte der AfD-Spitzenleute vor der Bundespressekonferenz schon etwas von einem Ritual. Jörg Meuthen ist stets für den gemäßigten Part zuständig, Co-Sprecherin Frauke Petry reagiert auf Fragen am liebsten bärbeißig, und der lokale Spitzenkandidat, diesmal der Berliner Gerd Pazderski, sonnt sich im eigenen Wahlerfolg. Der Höhenflug macht's möglich.

Knapp über 14 Prozent hat die "Alternative für Deutschland " aus dem Stand heraus in Berlin geholt. Jetzt sei man auch in den Metropolen angekommen, so die versammelte AfD-Spitze. In zehn Landesparlamenten ist die Partei mittlerweile vertreten, sie ist auf dem Weg in den Bundestag. Davon sind die Führungskräfte überzeugt. "Wir sehen uns in jedem Fall zweistellig", meinte Petry mit Blick auf die Bundestagswahl 2017. Und dann werde man auf Opposition setzen. Freilich nur bis 2021. Von da an will die Partei im Bund regieren. Denn "was die CDU mal war, übernimmt die AfD", erläuterte Petry den Schlachtplan. Die Wähler, die Klientel, die konservativen Themen - und dann die Macht.

Die AfD ergötzt sich am eigenen Erfolg. Sie sei "das größte demokratische Projekt der letzten Jahrzehnte", jubelte Pazderski. Schließlich habe man ein ums andere Mal für höhere Wahlbeteiligungen gesorgt. Kritische Fragen, zum Beispiel zu dubiosen Finanzierungen von Parteikampagnen, zur rechtsextremistischen Vergangenheit einiger Parteigänger oder aber zu einer geplanten Anti-Merkel-Kampagne im Falle eines islamistischen Anschlags, werden einfach weggewischt. "Dazu gibt es nichts zu sagen ", so Petry. Die AfD antwortet nur dann, wenn es für sie nicht heikel wird.

Auf dem Weg in den Bundestag sieht sich auch die FDP . In Berlin holten die Liberalen über sechs Prozent und schafften damit den Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus. Zusammen mit den Erfolgen bei den jüngsten Landtagswahlen (außer im Osten) sei das ein "Signal der Stärkung", sagte Parteichef Christian Lindner . Die Liberalen versuchen es derzeit ebenfalls mit Abgrenzung nach allen Seiten. Von der AfD, die "Rassismus und Antisemitismus" verharmlose; von der Union, die unter einem "Merkel-Malus" leide. Und natürlich von Roten und Grünen. Es sei schon paradox, betonte Lindner, dass die Leute rechts wählen würden, damit es konservativer zugehe.