Deutschland wird ein Hauptziel für Einwanderer

Deutschland wird ein Hauptziel für Einwanderer

Deutschland hat nach einer neuen OECD-Studie Staaten wie Großbritannien und Kanada als Einwanderungsland hinter sich gelassen. Die wachsende Zahl von Immigranten hat meistens einen Job – und will bleiben.

Deutschland ist zu einem der weltweit beliebtesten Einwanderungsländer geworden. Bei der Zahl der dauerhaften Zuwanderung in die wichtigsten Industriestaaten rückte die Bundesrepublik erstmals auf Platz zwei vor - gleich hinter den deutlich führenden USA. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor, die gestern veröffentlicht wurde. Klassische Einwanderungsländer wie Kanada und Australien hat Deutschland damit weit hinter sich gelassen, ebenso die anderen europäischen Staaten.

Die OECD - der Zusammenschluss der wichtigsten Industriestaaten - untersuchte, wie sich die Zahl dauerhafter Zuwanderer in ihren Mitgliedsländern entwickelt hat. Darunter versteht die Organisation Migranten, die mindestens ein Jahr im Land bleiben - Studenten ausgenommen.

Im untersuchten Jahr 2012 zählte Deutschland demnach rund 400 000 dauerhafte Einwanderer - ein Plus von 38 Prozent gegenüber 2011. Kein anderes OECD-Land machte in diesem Zeitraum einen ähnlich großen Sprung. 2011 hatte Deutschland mit rund 290 000 dauerhaften Einwanderern noch den fünften Rang belegt, 2009 war es mit etwa 200 000 zugewanderten Menschen Platz acht gewesen. "Man kann wirklich von einem Boom sprechen", sagte der OECD-Migrationsexperte Thomas Liebig gestern.

Grund für die Entwicklung ist laut OECD vor allem die wachsende Zuwanderung aus östlichen Staaten wie Polen oder Rumänien. Hinzu kämen viele Einwanderer aus den wirtschaftlichen Krisen-Ländern im Süden, wie Spanien oder Italien. Die überwiegende Mehrheit der Neuzuwanderer aus der EU hat nach der Untersuchung einen Job. Im Vergleich zu den Zuwanderern, die vor 2007 nach Deutschland kamen, arbeiten die neuen Migranten häufiger - und sind besser ausgebildet.