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Deutschland will Sitz des globalen Klimafonds werden

Deutschland will Sitz des globalen Klimafonds werden

Durban. Deutschland bewirbt sich um den Sitz des geplanten globalen Klimafonds. Das kündigte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) gestern in seiner Rede vor den Delegierten des Weltklimagipfels in Durban an. Als deutsche Anschubfinanzierung sicherte er 40 Millionen Euro zu. Hilfswerke begrüßten die Ankündigung und forderten eine Auffüllung des Fonds

Durban. Deutschland bewirbt sich um den Sitz des geplanten globalen Klimafonds. Das kündigte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) gestern in seiner Rede vor den Delegierten des Weltklimagipfels in Durban an. Als deutsche Anschubfinanzierung sicherte er 40 Millionen Euro zu. Hilfswerke begrüßten die Ankündigung und forderten eine Auffüllung des Fonds.Der Fonds, dessen Gründung beim vergangenen Klimagipfel in Cancún beschlossen wurde, soll langfristig Gelder für Klimaschutz in armen Staaten bereitstellen. Institutionelle Struktur und Finanzierungsquellen sind indes noch nicht festgelegt und gehören zu den wichtigen Verhandlungsthemen bei der UN-Konferenz. Ab 2020 sollen jährlich 100 Milliarden Dollar an Klimahilfen zur Verfügung stehen.

Oxfam-Klima-Experte Jan Kowalzig sprach von einem positiven Signal Röttgens. Mit den 40 Millionen Euro werde der Fonds arbeitsfähig gemacht. Allerdings sei damit noch lange nicht die nötige finanzielle Basis gelegt. In seiner Rede bekräftigte Röttgen, dass Anstrengungen aller großen Wirtschaftsmächte beim Klimaschutz notwendig seien. Mit Blick auf China und die USA sagte der Minister: "Kommen Sie heute mit uns an Bord, um ein internationales und rechtlich verbindliches Abkommen auf den Weg zu bringen." Erneut betonte er, dass Deutschland eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls befürworte. Inzwischen warnen allerdings auch Hilfswerke vor einer bedingungslosen Fortführung des Protokolls, wie es etliche arme Staaten verlangen.

Der Klimaexperte von "Brot für die Welt", Thomas Hirsch, mahnte, Kyoto drohe zu einer "leeren Schale zu werden, wenn es nicht gelingt, möglichst viele der alten und neuen großen Emittenten an Bord zu bringen." Er appellierte an Röttgen, "hart zu verhandeln", um unter anderem Zugeständnisse Chinas zu erreichen. epd