Deutsche bleiben nach Rente noch sieben Jahre fit

Paris · Die deutschen Senioren gehören nicht zu den gesündesten Europäern: Ihnen bleibt nach Erreichen des Rentenalters weniger Zeit ohne körperliche Beschwerden. Die Lebenserwartung steigt aber weiter an.

Die Bundesbürger können nach ihrem 65. Geburtstag auf rund sieben Jahre ohne gesundheitliche Probleme hoffen. Damit hat sich bei Männern die Zeit bis zum Einsetzen der Beschwerden zwischen 2005 und 2010 im Schnitt um sechs Monate verlängert, bei Frauen sogar um 1,2 Jahre. Das zeigt eine neue Studie des französischen Forschungsinstituts Inserm. Die Deutschen holten demzufolge im EU-Vergleich zwar deutlich auf. Sie haben aber im Rentenalter nach wie vor weniger gesunde Jahre als die Europäer insgesamt: Im EU-Schnitt leben Männer nämlich ab dem 65. Lebensjahr noch 8,8 Jahre ohne gesundheitliche Probleme, Frauen 8,6 Jahre. Allerdings beträgt die Verbesserung gegenüber 2005 für Europas Männer nur 0,2 Jahre. Bei den Frauen begannen die Beschwerden sogar 0,2 Jahre früher als 2005. "Das bedeutet, dass die zusätzlichen Jahre mit eingeschränkter Aktivität gelebt werden", sagte Jean-Marie Robine, Forschungsdirektor bei Inserm.

Denn das durchschnittliche Lebensalter stieg bei männlichen Europäern von 2005 bis 2011 um 1,3 und bei den Frauen um 1,2 Jahre. Dabei konnte Frankreich seinen Titel als Europameister bei der Lebenserwartung noch ausbauen: 1,8 beziehungsweise 1,6 Jahre länger als vor acht Jahren leben die Französinnen und Franzosen. Ihnen bleiben damit ab dem 65. Geburtstag noch 23,8 beziehungsweise 19,3 weitere Jahre.

Deutsche Männer im Rentenalter haben demnach noch 17,8 Jahre vor sich (plus 0,9), bei den Frauen sind es 20,9 Jahre (plus 0,8). Auf die sieben gesunden Jahre folgen für Männer sieben Jahre mit leichten körperlichen Problemen und vier mit schweren Einschränkungen. Frauen leben noch acht Jahre mit leichten und 5,8 Jahre mit massiven Beschwerden .