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Deutsche Bahn fährt erneut die Preise hoch

Deutsche Bahn fährt erneut die Preise hoch

Berlin/Saarbrücken. Zugfahren mit der Deutschen Bahn wird deutlich teurer. Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember erhöht der bundeseigene Konzern die Preise im Fernverkehr um durchschnittlich 3,9 Prozent. Im Nahverkehr werden im Schnitt 2,7 Prozent mehr verlangt

Berlin/Saarbrücken. Zugfahren mit der Deutschen Bahn wird deutlich teurer. Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember erhöht der bundeseigene Konzern die Preise im Fernverkehr um durchschnittlich 3,9 Prozent. Im Nahverkehr werden im Schnitt 2,7 Prozent mehr verlangt. Die Anhebungen seien wegen der deutlich gestiegenen Personal- und Energiekosten notwendig, erklärte Bahn-Personenverkehrs-Vorstand Ulrich Homburg gestern. Er sprach von einer "moderaten Erhöhung".Konkret verteuert sich zum Beispiel eine Fahrt auf der ICE-Strecke von Saarbrücken nach Paris in der 1. Klasse um fünf auf 129 Euro. In der 2. Klasse kostet das Ticket künftig 71 statt bislang 69 Euro.

Zum Teil erheblich teurer werden auch die Sitzplatzreservierungen. Sie kosten demnächst einheitlich vier Euro. Auch für Bahncards müssen die Kunden tiefer in die Tasche greifen. Die "Bahncard 25" kostet in der 2. Klasse künftig 59 Euro und damit zwei Euro mehr als bisher. Die "Bahncard 50" wird um zehn auf 240 Euro angehoben.

Aus Sicht von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sind die Preissteigerungen begründet. Die Bahn müsse die Mehreinnahmen aber für weitere Investitionen einsetzen, mahnte er. Teils scharfe Kritik an der Preispolitik der Bahn kam dagegen von der Opposition. Der Verkehrsexperte der SPD-Bundestagsfraktion, Uwe Beckmeyer, sprach von einer "Frechheit erster Klasse". Die Linke-Politikerin Sabine Leidig nannte die Erhöhungen "eine Ohrfeige für alle treuen Bahnfahrer". Der Verkehrsclub Deutschland bemängelte, dass die Bahn zwar die Preise erhöhe, aber den Service nicht verbessere. Außerdem fehlten immer noch Züge. Der Vorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn Rheinland-Pfalz/Saarland, Ulrich Vogel, sieht in der Erhöhung ein "falsches Signal".

Im vergangenen Jahr hatte die Bahn erstmals seit 2002 die Preise im Fernverkehr nicht erhöht. Bahnchef Rüdiger Grube (Foto: dpa) hatte vor Wochen aber deutlich gemacht, dass sich der Konzern einen solchen Verzicht nicht jedes Jahr leisten könne. Im Nahverkehr, mit dem das meiste Geld verdient wird, hatte die Bahn auch 2010 nicht verzichtet, sondern die Preise im Schnitt um 1,9 Prozent angehoben. dpa/dapd/mast