Deutlich mehr Daten-Klau an Geldautomaten

Berlin/Saarbrücken. Der Daten-Klau an Geldautomaten hat in Deutschland drastisch zugenommen. 2010 verursachten Betrüger allein mit den gestohlenen Daten von EC-Karten einen geschätzten Schaden von 60 Millionen Euro. Das waren 20 Millionen mehr als im Jahr zuvor, wie das Bundeskriminalamt (BKA) gestern mitteilte

Berlin/Saarbrücken. Der Daten-Klau an Geldautomaten hat in Deutschland drastisch zugenommen. 2010 verursachten Betrüger allein mit den gestohlenen Daten von EC-Karten einen geschätzten Schaden von 60 Millionen Euro. Das waren 20 Millionen mehr als im Jahr zuvor, wie das Bundeskriminalamt (BKA) gestern mitteilte. Die Zahl der registrierten Angriffe auf Geldautomaten stieg um mehr als die Hälfte auf 3183 Fälle, die Zahl der attackierten Geräte schnellte sogar um 83 Prozent in die Höhe.Nach Angaben von BKA-Präsident Jörg Ziercke (Foto: dpa) waren etwa 190 000 Karteninhaber von sogenannten Skimming-Delikten betroffen. Dabei manipulieren Kriminelle einen Geldautomaten, um an die Kartendaten auf den Magnetstreifen und die Geheimzahl zu kommen. Mit den ausspionierten Daten heben die meist aus Südosteuropa stammenden Täter dann - meist im Ausland - Geld an Automaten ab.

Auch im Saarland gab es im vorigen Jahr deutlich mehr Skimming-Fälle: Die Polizeiliche Kriminalitäts-Statistik 2010 weist die Zahl der entsprechenden Delikte mit 191 aus, nach 156 Fällen im Jahr zuvor. Mit rund 22 Prozent liegt der Anstieg jedoch deutlich unter dem bundesweiten Wert. Zugleich halbierte sich die Aufklärungs-Quote von 19,9 Prozent in 2009 auf 8,9 Prozent im vorigen Jahr.

Nach Angaben des BKA wurden im März bundesweit erstmals Fälle bekannt, bei denen Kartendaten und Geheimzahlen an manipulierten Ticket-Automaten der Deutschen Bahn gestohlen wurden. Dennoch erwarten Experten künftig einen Rückgang der Karten-Kriminalität. Grund ist die Umstellung der Datenträger auf die Chip-Technik, die sicherer ist: Fast alle Karten deutscher Banken und Sparkassen sind inzwischen neben dem Magnetstreifen auch mit einem Chip ausgestattet. In der Folge sank die Zahl der Skimming-Fälle in den ersten vier Monaten 2011 bereits um rund 40 Prozent. Nach und nach sollen Zahlungen und Abhebungen nur noch über die Chips erfolgen. Die Geldinstitute halten den Magnetstreifen aber bis auf Weiteres für unverzichtbar, weil er im Ausland - vor allem außerhalb von Europa - vielerorts noch benötigt wird. dpa/nof/dapd

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