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Desaster bei Vermittlung von Langzeit-Arbeitslosen

Desaster bei Vermittlung von Langzeit-Arbeitslosen

Nürnberg/Saarbrücken. Die Rückkehr von Hartz-IV-Empfängern in den ersten Arbeitsmarkt gelingt nur extrem selten. Nach einer gestern vorgelegten Untersuchung der Bundesagentur (BA) für Arbeit schaffen im Schnitt monatlich 3,4 Prozent aller erwerbsfähigen Empfänger von Arbeitslosengeld II den Sprung in Jobs, die nicht staatlich gefördert werden

Nürnberg/Saarbrücken. Die Rückkehr von Hartz-IV-Empfängern in den ersten Arbeitsmarkt gelingt nur extrem selten. Nach einer gestern vorgelegten Untersuchung der Bundesagentur (BA) für Arbeit schaffen im Schnitt monatlich 3,4 Prozent aller erwerbsfähigen Empfänger von Arbeitslosengeld II den Sprung in Jobs, die nicht staatlich gefördert werden. BA-Chef Frank-Jürgen Weise wertete das Ergebnis als "schlechte Nachricht". "Wir müssen alle unsere Arbeit besser machen", sagte er.

Die Studie erfasst zum einen die Berufsrückkehr von Langzeit-Arbeitslosen; hier lag der Bundesschnitt bei 4,0 Prozent. Zum anderen wird die Vermittlung der so genannten Hilfebedürftigen ausgewertet - das sind zum Beispiel Alleinerziehende oder Beschäftigte, deren geringes Einkommen vom Staat aufgestockt wird. In diesem Bereich beträgt die Quote bundesweit 3,4 Prozent.

Im Saarland lagen die Ergebnisse zwar überwiegend über dem Bundesschnitt, jedoch deutlich unter den Werten der besten Kommunen. So vermittelten die besten saarländischen Arbeitsgemeinschaften, Merzig-Wadern und Saarlouis, mit je 4,3 Prozent nur halb so viel Langzeit-Arbeitslose wie der deutsche Spitzenreiter, die Arge Unterallgäu. Landesweit schnitt die Saarbrücker Arge (3,3 Prozent) am schlechtesten ab. Auch bei der Vermittlung von Hilfebedürftigen landete die Arge Saarbrücken mit 2,8 Prozent auf dem letzten Platz. Den größten Erfolg mit 3,8 Prozent verbuchte auch hier die Arge Merzig-Wadern.

Der Landkreis St. Wendel, der die Betreuung in Eigenregie verantwortet, erreichte eine Vermittlungsquote von 3,6 Prozent. Auch bundesweit erzielten die rein kommunalen Vermittlungscenter nur eine Quote von 3,6 Prozent. Die Arbeitsagenturen schafften in ihrem Bereich dagegen einen Wert von 4,1 Prozent. Dazwischen landeten mit 3,4 Prozent die Argen, in denen Arbeitsagenturen und Kommunen zusammenarbeiten. afp/oge