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Der Wald im Saarland erholt sich

Der Wald im Saarland erholt sich

Saarbrücken. Dass die Diskussion über kranke Bäume und Waldschäden noch lange nicht der Vergangenheit angehört, hat gestern Saar-Umweltminister Stefan Mörsdorf (Foto: bub) bei einem Termin vor Ort im Warndt deutlich gemacht

Saarbrücken. Dass die Diskussion über kranke Bäume und Waldschäden noch lange nicht der Vergangenheit angehört, hat gestern Saar-Umweltminister Stefan Mörsdorf (Foto: bub) bei einem Termin vor Ort im Warndt deutlich gemacht. Dort zog er vor Journalisten, Waldbauern und Umweltwissenschaftlern das Fazit: "Die deutlichen Waldschäden haben sich im Saarland 2008 um fünf Prozent-Punkte auf nunmehr 38 Prozent vermindert. Sie liegen damit aber noch weit über dem Niveau von 2003."

2003, damit ist im Südwesten Deutschlands das Stichwort für die aktuelle Waldschadens-Debatte geliefert, denn in jenem Sommer war es in unserer Region so warm und trocken wie lange nicht. Und im Anschluss daran starben in den Wäldern der Region flächenhaft die Fichten ab, die Schadensbilder in den Kronen von Eichen, Buchen und Kiefern nahmen dramatisch zu. Inzwischen weiß man, dass die mangelnde Wasserzufuhr über die Wurzeln, der Hitzestress über dem Boden und der zusätzliche Schädlingsbefall, besonders bei Eichen, zu dramatischen Schäden in den Kronen geführt haben.

Weil die Niederschläge in den Jahren 2006, 2007 und 2008 inzwischen den Wasserhaushalt im Boden mehr als ausgeglichen haben und längere Trockenperioden ausblieben, hat sich das Bild wieder zum Guten gewandelt. Der Trend zur Erholung des Waldes hält an.

Mit den Worten von Umweltminister Mörsdorf lautet der Befund folgendermaßen: "Besonders positiv ist in letzter Zeit die Beobachtung des Regenerationsvermögens der älteren Buchen, wo sich die deutlichen Schäden um 25 Punkte auf 46 Prozent vermindert haben. Auch bei sonstigen Laubbäumen, bei Fichte und Douglasie ist eine deutliche Verbesserung zu verzeichnen."

Jedoch ist aus dem Befund über die Schäden der Bäume nur die halbe Wahrheit über die tatsächliche Lage unserer Wälder herauszulesen. Denn dazu gehört einerseits die Erkenntnis, dass der Eintrag von Schadstoffen wie Schwefeldioxid, das vor 20 Jahren als wesentlicher Verursacher des so genannten "Waldsterbens" ausgemacht worden war, inzwischen erheblich zurückgegangen ist. Andererseits hat das steigende Stickstoff-Aufkommen, das vor allem durch den Autoverkehr entsteht, offenbar in Verbindung mit erhöhten Temperaturen zu einem stärkeren Wachstum der Bäume geführt, wodurch Nähr- und Mineralstoffe dem Boden schneller entzogen werden.

Dies wiederum hat zur Folge, dass die Versauerung der Waldböden vor allem auf nährstoffarmen Standorten voranschreitet. Deshalb hält Mörsdorf es für erforderlich, dass die Wälder weiterhin aus der Luft gekalkt werden. In den vergangenen drei Jahren habe man über 5000 Hektar Waldfläche bereits mit Kalk und Mineralien versorgt. Diese Maßnahmen werde man auch in der Zukunft fortsetzen, so der Minister. Die Kosten für die Kalkung werden mit rund 300 Euro pro Hektar veranschlagt. 300000 bis 500000 Euro stelle man jeweils in den Etats für die Kalkung der Wälder zur Verfügung, so Mörsdorf.