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Der teure Kampf gegen Paketbomben

Der teure Kampf gegen Paketbomben

Berlin. Angela Merkel verirrt sich eher selten in die Poststelle des Kanzleramts. Gestern war die Kanzlerin dort aber zu Besuch, nachdem am Vortag eine Paketbombe entschärft worden war. Merkel dankte den Postsortierern für ihre gute Arbeit. Zwar will man in der Regierungszentrale nach der explosiven Post aus Griechenland rasch zur Normalität übergehen

Berlin. Angela Merkel verirrt sich eher selten in die Poststelle des Kanzleramts. Gestern war die Kanzlerin dort aber zu Besuch, nachdem am Vortag eine Paketbombe entschärft worden war. Merkel dankte den Postsortierern für ihre gute Arbeit. Zwar will man in der Regierungszentrale nach der explosiven Post aus Griechenland rasch zur Normalität übergehen. Die wachsende Terrorgefahr per Luftpost dürfte aber Konsequenzen haben. Die Staats- und Regierungschefs der EU könnten bis Dezember ein Anti-Terror-Paket für die Luftfracht schnüren. Terroristen hatten erst letzte Woche von Hunden und Röntgen-Geräten kaum aufzuspürende Bomben in Toner-Kassetten von Druckern versteckt. Dass wenige Tage später aus dem Jemen eine Paketbombe bis ins Kanzleramt vordrang, zeigt die Lecks bei der Luftfracht-Kontrolle. Die Fracht per Flugzeug ist schon jetzt bis zu 25 Mal teurer, als wenn sie im Schiffscontainer wochenlang über die Weltmeere schippert. Große Frachtunternehmen wehren sich gegen schärfere Maßnahmen, die letztlich mehr Geld kosten. Schon nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 waren die Sicherheitskosten an Flughäfen um das Dreifache gestiegen. Die seit diesem Jahr geltende EU-Verordnung für eine sichere Lieferkette zertifiziert vertrauenswürdige Transporteure. Oft kontrollieren aber private Sicherheitsdienste. Es könne nicht sein, dass Innenminister Thomas de Maizière (CDU) bis 2014 allein 1000 Stellen bei der Bundespolizei streiche - wo sich die Luftfracht immer mehr als Achillesferse im Kampf gegen Terrorismus entpuppe, sagt der Chef der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg.Bisher nimmt die Bundespolizei Passagiere samt Gepäck unter die Lupe, nicht aber die Fracht in Passagierflugzeugen. CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl will, dass die Bundespolizei auch die Luftfracht prüft. Große Frachtunternehmen würden es begrüßen, wenn als drastische Maßnahme ein Verbot für Frachttransporte in Passagiermaschinen käme. So oder so gilt: Schärfere Kontrollen würden den Warenverkehr nicht nur verteuern, sondern auch verlangsamen, fürchtet die Wirtschaft. dpa