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Debakel um Frauenquote bei Präsidiumswahl

Debakel um Frauenquote bei Präsidiumswahl

Nach der Entscheidung über Merkels Stellvertreter an der Parteispitze musste die Wahl der übrigen Präsidiums-Mitglieder wiederholt werden. Grund: Die Frauenquote wurde nicht erfüllt.

Parteitage sind Wahltage. Das ist auch bei der CDU in Köln nicht anders. Neben Kanzlerin Angela Merkel wurden alle ihre Stellvertreter bestätigt, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit dem schlechtesten Ergebnis: nur 70,46 Prozent. Die Niedersächsin hätte, das wird immer klarer, als mögliche Nachfolgerin Merkels innerparteilich schwer zu kämpfen. Selbst Thomas Strobl, der in Baden-Württemberg gerade in einem Mitgliederentscheid als Spitzenkandidat für die Landtagswahl durchfiel, liegt noch vor ihr. Julia Klöckner , Volker Bouffier und Armin Laschet komplettieren die Riege der Stellvertreter .

Bei der Wahl der übrigen Präsidiumsmitglieder - dem einzigen Urnengang, bei dem es einen Bewerber mehr als Posten gab - setzte sich der nordrhein-westfälische Nachwuchspolitiker Jens Spahn (34) überraschend durch. Peinlich für die CDU : Das Präsidium musste in zwei Durchgängen bestimmt werden, weil zunächst das Frauenquorum nicht erreicht wurde. Zwei von sieben Mitgliedern sollten weiblich sein. Doch ausgerechnet die Deutsch- Türkin Emine Demirbürken-Wegner, neben Saar-Regierungschefin Annegret Kramp-Karrenbauer die einzige Kandidatin, fiel im ersten Wahlgang durch. Gesundheitsminister Hermann Gröhe zog daraufhin seine Bewerbung zu ihren Gunsten zurück - und die Quote stimmte . Kramp-Karrenbauer schaffte mit 85,17 Prozent das beste Ergebnis. Das sei "ein beeindruckender Vertrauensbeweis für meine Arbeit in der CDU ", sagte sie zur SZ. Das Ergebnis zeige auch, "wie einflussreich die CDU Saar in der Bundespartei ist".

Bei der Wahl des Bundesvorstands erzielte Peter Altmaier am Abend mit 95,76 Prozent das beste Ergebnis. Die Saarloui serin Regina Görner zog mit 67,07 Prozent eben falls in den Vorstand ein .