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Das d eutsche Job-Wunder gilt nur für Teilzeit

Das d eutsche Job-Wunder gilt nur für Teilzeit

In Deutschland werden weniger Arbeitsstunden geleistet als vor 25 Jahren, zugleich gibt es aber mehr Beschäftigte. Der Zuwachs schlägt sich also hauptsächlich im Teilzeitbereich nieder – mit Folgen für die Rente.

Der Beschäftigungs-Boom in Deutschland ist ungebrochen, trotzdem sind noch immer deutlich weniger Arbeitnehmer in Vollzeit tätig als kurz nach der Wiedervereinigung. Dafür hat die Teilzeitarbeit kräftig zugelegt. Das zeigen Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, die unserer Zeitung vorliegen. Gab es 1991 noch 28,9 Millionen Vollzeit-Mitarbeiter, so wurden im zweiten Quartal dieses Jahres nur knapp 24,2 Millionen gezählt. Zugleich stieg die Zahl der Teilzeitarbeiter in diesem Zeitraum drastisch von 6,3 auf gut 15 Millionen. Neben den versicherungspflichtig Tätigen fallen darunter die geringfügig Beschäftigten sowie alle Ein-Euro-Jobber. Parallel dazu ging das Arbeitsvolumen aller Beschäftigten seit 1991 um 2,1 Milliarden auf 49,7 Milliarden Stunden zurück.

Längst nicht alle Teilzeiter haben ihre Arbeitszeit freiwillig reduziert: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts arbeiteten voriges Jahr 11,7 Prozent der weiblichen Teilzeitkräfte nur deshalb verkürzt, weil sie keinen Vollzeit-Job fanden. Bei den Männern waren es sogar 17,7 Prozent. "Teilzeitstellen reichen meist nicht zum Leben. Wer heute nur in Teilzeit arbeitet, muss morgen Altersarmut fürchten", sagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann . Auch die Arbeitsmarkt-Expertin der Grünen, Brigitte Pothmer , betonte: "Gerade Frauen würden gern deutlich mehr arbeiten." Nötig sei mehr Flexibilität bei der Gestaltung der Arbeitszeit. > , Meinung