CSU warnt vor verfrühter Kanzlerkandidatur-Debatte um AKK

Union : CSU warnt vor verfrühter Kanzler-Debatte um AKK

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hält die Debatte über eine Kanzlerkandidatur von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer für verfrüht.

„Man weiß, dass es da zeitliche Abläufe gibt, die aus meiner Sicht einfach einzuhalten sind. Und es ist ja ohne Zweifel, dass eine Parteivorsitzende der CDU auf jeden Fall mal zu denen gehört, die in Frage kommen für eine zukünftige Kanzlerschaft“, sagte Dobrindt am Freitag am Rande der Klausur der CSU-Bundestagsabgeordneten im oberbayerischen Kloster Seeon. Die CSU wolle aber „zum jetzigen Zeitpunkt“ nicht in die Personaldiskussion einsteigen.

CSU-Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer pochte auf ein Mitspracherecht seiner Partei. „Ein Automatismus wird der Bedeutung nicht gerecht“, sagte er der „Bild“. Einen Automatismus sieht auch Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus nicht. Der Vorsitzende der Thüringer CDU, Mike Mohring, in dessen Bundesland im Herbst ein neuer Landtag gewählt wird, warnte im MDR davor, einen Streit über die Kanzlerkandidatur der Union vom Zaun zu brechen. „Wir wären ja töricht, wenn wir schon wieder den Personalstreit über diese Sachfragen legen würden.“ Am Abend wurde Kramp-Karrenbauer in Seeon erwartet, wo sie auch über die künftige Zusammenarbeit von CDU und CSU im Bund sprechen wollte. Der Besuch gilt als Zeichen eines Neustarts im zuletzt angeschlagenen Verhältnis der Schwesterparteien.

In Seeon kommt die CSU noch bis diesen Samstag zu ihrer traditionellen Klausurtagung zusammen. Anlässlich des Besuchs von Bundeswehr-Generalinspekteur Eberhard Zorn am Freitag sagte Dobrindt, die CSU verstehe sich als „Partei der Bundeswehr“. Die CSU wolle „deutlich mehr Geld in die Ausrüstung der Bundeswehr in den nächsten Jahren investieren als es in der Vergangenheit der Fall war“.

Der vom designierten neuen CSU-Chef Markus Söder angekündigte Kurswechsel für eine bessere Zusammenarbeit in der Koalition stößt nach Darstellung der „Augsburger Allgemeinen“ auf Zustimmung in seiner Partei. Der Spitzenkandidat der Konservativen bei der Europawahl, Manfred Weber (CSU), sagte der Zeitung, 2019 müsse Schluss sein mit überzogenem Streit – vor allem in Berlin. „Das wird für die CSU und für die CDU zur Schlüsselfrage.“

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