China regt sich aus Prinzip auf

Der Aufbau von THAAD in Südkorea stört das Gleichgewicht des Schreckens in Nordostasien. In der Weltordnung nach dem zweiten Weltkrieg haben rivalisierende Mächte bislang viele einsatzbereite Atomraketen vorgehalten, um die jeweils andere Seite effektiv von einem Angriff abzuhalten. Riskant, aber stabil. Wenn jedoch eine Seite über eine wirksame Raketenabwehr verfügt, dann schwächt das die Möglichkeiten der anderen Seite. So wird aus einem Verteidigungssystem gefühlt eine Angriffswaffe. China regt sich jedoch eher aus Prinzip auf. Systeme wie THAAD und Aegis lassen sich durch einen Angriff mit mehreren Raketen vergleichsweise leicht überlasten. China hat ein gewaltiges Arsenal von Waffen und entwickelt derzeit neue Konzepte für Systeme, die sich durch keine der aktuellen Abwehreinrichtungen erfassen lassen. Selbst Nordkorea probt bereits den Start mehrerer Kurzstreckenraketen gleichzeitig - offensichtlich für genau so ein Überlastungsszenario. So stellt sich das Gleichgewicht wieder her: Alle Seiten rüsten auf.