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China lässt für Bau einer Stadt 700 Berge verschwinden

China lässt für Bau einer Stadt 700 Berge verschwinden

Peking. Was nicht passt, wird passend gemacht: Im Nordwesten Chinas sollen 700 Berge abgetragen werden, um Platz für eine neue Großstadt samt Industrieregion zu machen. Die traditionelle Bergbau-Gegend um Lanzhou, die Hauptstadt der armen Provinz Gansu, erhofft sich davon einen Fortschrittsschub

Peking. Was nicht passt, wird passend gemacht: Im Nordwesten Chinas sollen 700 Berge abgetragen werden, um Platz für eine neue Großstadt samt Industrieregion zu machen. Die traditionelle Bergbau-Gegend um Lanzhou, die Hauptstadt der armen Provinz Gansu, erhofft sich davon einen Fortschrittsschub.Wie bei vielen chinesischen Bauvorhaben sprengen die Dimensionen die Vorstellungskraft von Europäern. Die "Lanzhou New Area" soll 1300 Quadratkilometer Fläche einnehmen. Zum Vergleich: Deutschlands größte Stadt Berlin umfasst 892 Quadratkilometer. Die Kosten für das Einebnen der 700 Berge werden auf drei Milliarden Euro geschätzt. Nach Angaben chinesischer Medien wurde Ende Oktober mit den Arbeiten für die erste Entwicklungsphase von rund 26 Quadratkilometern begonnen.

Die Erfolgsaussichten des Projekts sind umstritten. Die Region leidet unter chronischer Wasserknappheit. Kritiker sagen zudem, die Bauarbeiten würden kurzfristig die Wirtschaft ankurbeln, könnten aber nicht die Strukturprobleme der Region lösen. bnt