Saarbrücken: Chefs von Halberg Guss drohen mit Schließung

Saarbrücken : Chefs von Halberg Guss drohen mit Schließung

Die schwierige Lage beim Saarbrücker Autozulieferer spitzt sich zu. Rehlinger fordert neue Gespräche.

Der Streit zwischen der Gewerkschaft IG Metall und der Neuen Halberg Guss in Saarbrücken eskaliert zusehends. Die IG Metall sieht bei dem Unternehmen weiterhin keine Gesprächsbereitschaft, die Geschäftsführung nennt die laufenden Streiks „existenzgefährdend“. Jetzt haben die Chefs den Ton verschärft und mit einer möglichen Schließung gedroht. Einige Kunden hätten bereits Probleme, sagten gestern die Geschäftsführer Alexander Gerstung und Barbaros Arslan. Sollten die Kunden wegen des Stillstands der Produktion das Vertrauen in die Gießerei verlieren und Aufträge abziehen, dann hätte auch der Standort Saarbrücken keinen Sinn mehr, sagt Gerstung. „Wenn wir hier die kritische Menge unterschreiten, dann werden wir das Unternehmen in die Liquidierung bringen. Es wird ganz ausdrücklich keine Insolvenz geben“, betonte er.

Seit 20 Tagen steht bei der Neuen Halberg Guss die Produktion weitgehend still. Mit dem Streik kämpft die IG Metall für einen Sozialtarifvertrag. Zuvor hatte das Unternehmen angekündigt, das Werk in Leipzig, in dem rund 600 Mitarbeiter beschäftigt sind, Ende 2019 zu schließen. Das Werk in Saarbrücken soll nach bisherigen Plänen zwar erhalten bleiben, allerdings stünden auch hier 300 der 1500 Jobs auf der Kippe. Bisher waren alle Gespräche über einen Sozialtarifvertrag ohne Ergebnis. Während die Gewerkschaft eine Absicherung sämtlicher Mitarbeiter über einen treuhänderisch verwalteten Fonds verlangt, nennt das Unternehmen die Forderungen unerfüllbar.

Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) fordert beide Seiten auf, umgehend wieder zu Gesprächen zusammenzukommen. Nur durch Verhandlungen sei es möglich, zu einer Lösung zu kommen. Die Drohung, das Werk zu liquidieren, nannte sie „die destruktivste aller Lösungen“.

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