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CDU macht ihren Frieden mit Kandidat Gauck

CDU macht ihren Frieden mit Kandidat Gauck

Hamminkeln/Berlin. Nach dem Krach in der schwarz-gelben Koalition um seine Nominierung ist der designierte Bundespräsident Joachim Gauck auf Werbe-Tour bei den Parteien. Den Anfang machte der 72-Jährige am Samstag bei der nordrhein-westfälischen CDU. Nach seinem rund zweistündigen Auftritt sicherte ihm der mächtige Landesverband breite Unterstützung zu

Hamminkeln/Berlin. Nach dem Krach in der schwarz-gelben Koalition um seine Nominierung ist der designierte Bundespräsident Joachim Gauck auf Werbe-Tour bei den Parteien. Den Anfang machte der 72-Jährige am Samstag bei der nordrhein-westfälischen CDU. Nach seinem rund zweistündigen Auftritt sicherte ihm der mächtige Landesverband breite Unterstützung zu. Obwohl sich die CDU zunächst entschieden gegen Gauck als Kandidaten positioniert hatte, äußerten sich viele Teilnehmer sogar begeistert über dessen Präsentation. "Er hat einen starken Eindruck hinterlassen bei uns mit dem, was und wie er es gesagt hat", sagte CDU-Landeschef Norbert Röttgen. Heute will sich Gauck bei den Parteivorständen von SPD und CDU vorstellen.Bereits jetzt wird der Kandidat mit hochgesteckten Erwartungen an seine Präsidentschaft überhäuft. CSU-Chef Horst Seehofer sagte, er hoffe, Gauck werde ein unbequemes Staatsoberhaupt sein. "Ich wünsche mir einen Bundespräsidenten, der pointiert Position bezieht", sagte Seehofer der "Bild am Sonntag". Das könne "nicht schädlich sein für unser Land". Auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) erwartet positive Auswirkungen auf das Bild Deutschlands im Ausland. Gauck werde ein Präsident sein, "der mit seiner Freiheitsvita das Ansehen Deutschlands auch international mehren wird", sagte Westerwelle dem Berliner "Tagesspiegel". SPD-Chef Sigmar Gabriel zeigte sich überzeugt, dass sich Gauck wie sein Vorgänger Christian Wulff um die Zuwanderer kümmern werde. Zu Forderungen aus der CSU, Gauck solle seine Lebensgefährtin heiraten, sagte Gabriel: "Die haben ja nicht alle Latten am Zaun."

Innerhalb des schwarz-gelben Bündnisses gärt es derweil weiter. Die frühzeitige Festlegung der Liberalen auf Gauck hatte einen handfesten Koalitionskrach ausgelöst. Am Wochenende machte FDP-Vize Holger Zastrow klar, seine Partei werde ein unbequemer Koalitionspartner bleiben. Parteichef Philipp Rösler verteidigte seinen provokanten Auftritt in der TV-Show "Markus Lanz" am Donnerstagabend, wo er gegen Kanzlerin Angela Merkel gestichelt hatte. "Die Sendung war richtig", sagte Rösler am Wochenende. , Meinung dapd/dpa

Foto: dapd