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Bundestag billigt zurecht drittes Geschlecht im Geburtenregister

Drittes Geschlecht : Das Leben ist nicht binär

Natürlich haben viele damit ein Problem, wenn jetzt ein drittes Geschlecht „eingeführt“ wird. „Divers“ soll es heißen, für Leute, deren Geschlechtlichkeit nicht eindeutig ist. Es betrifft geschätzt 160 000 Menschen in Deutschland.

Aber das Leben ist eben nicht binär, sondern vielfältig. Biologie und Natur bringen es mit sich, dass Chromosomen und Hormone nicht immer ideal verteilt sind, Männlein hier, Weiblein da. Manchmal entwickelt sich etwas Eigenes. Dem jetzt verabschiedeten Gesetz zur Schaffung einer dritten Möglichkeit der Eintragung in das Personenstandsregister liegt ein Verfassungsgerichtsurteil zugrunde. Und dem wiederum der Grundsatz, dass das Grundrecht auf Menschenwürde individuell ist; dass also die Gesellschaft keinem Bürger seine Meinung darüber aufzwingen darf, was sie geschlechtlich für „normal“ hält und was nicht. Das Gesetz hat der Wirklichkeit des menschlichen Lebens zu folgen. Nicht umgekehrt.