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Bund plant Wegfahrsperre gegen Alkohol am Steuer

Bund plant Wegfahrsperre gegen Alkohol am Steuer

Erst pusten, dann starten: Der Verkehrsminister will die Straßen mit Zündsperren für Alkoholauffällige sicherer machen. Zustimmung zu den Plänen kommt auch aus dem Saarland.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt macht ernst mit Wegfahrsperren für Autos von Alkoholsündern. Sein Haus bereite derzeit die Rechtsgrundlagen zur Einführung entsprechender Systeme vor, sagte der CSU-Politiker gestern. "Alkohol am Steuer ist immer noch eine der häufigsten Unfallursachen", betonte er. Bei schweren Alkoholvergehen oder bei Wiederholungstätern würden Zündsperren daher "als starkes Signal gegen Alkoholmissbrauch " gebraucht. Das Verkehrsministerium befasst sich seit längerem mit Zündsperren für Alkoholauffällige. Dabei springt der Motor nur an, wenn der Fahrer bei einem Atemtest null Promille hat. In Schweden und den Niederlanden seien mit solchen Systemen gute Erfahrungen gemacht worden, erklärte Dobrindt. Diese seien durch Studien der Bundesanstalt für Straßenwesen bestätigt worden.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft begrüßte den Vorstoß. Wegfahrsperren seien eine "wirksame Maßnahme" gegen Alkoholmissbrauch . Die Gewerkschaft der Polizei im Saarland hält die Sperren vor allem in Bussen, Taxis und Lkw für sinnvoll. "Dort, wo besondere Gefahren für die Bevölkerung bestehen", sagte GdP-Landeschef Ralf Porzel der SZ. Im Falle privater Alkoholsünder ist er skeptisch. Es gebe noch zu viele Möglichkeiten, die Sperre zu umgehen.

Nach Ansicht der saarländischen Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD ) können Wegfahrsperren die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen. Es könne aber nicht sein, dass ein Computersystem das Denken für die Fahrer übernimmt. "Ein Chip entlässt keinen Fahrer aus seiner Verantwortung gegenüber sich und anderen Verkehrsteilnehmern", erklärte Rehlinger.