Brüssels Großangriff auf Diesel-Abgase

Brüssels Großangriff auf Diesel-Abgase

Vereinbart waren die Grenzwerte schon lange, doch nun ist ihre Einführung beschlossen. Gestern hat das EU-Parlament einschneidende Grenzwerte für Emissionen vereinbart, die die Luftqualität belasten. Doch es wird dauern, bis die Maßnahmen wirken: Erst 2030 sollen die künftigen Höchstgrenzen erreicht werden. Das sieht die Verordnung vor:

Um 79 Prozent muss der Ausstoß von Schwefeldioxid zurückgehen. Als Hauptverursacher gelten die Haushalte mit ihren Heizungen sowie Kraftwerke zur Stromerzeugung. SO{-2} trägt zur Bildung gesundheitsgefährdender Feinstaub-Partikel und zum sauren Regen bei.

Um 63 Prozent soll der Ausstoß von Stickoxiden sinken. Für diese Emissionen sind Autos, Lkw und Kraftwerke verantwortlich. Stickoxyde gelten als Auslöser von Atemwegserkrankungen.

Um 49 Prozent müssen die Feinstaub-Partikel abgebaut werden. Diese Maßnahme trifft Fahrzeuge mit Diesel-Motoren, Fabriken und Kraftwerke sowie alles, wo Kohle und Holz verbrannt wird. Die Feinstaub-Partikel können Lungenkrebs verursachen sowie das Herz-Kreislauf-System schädigen.

Um 40 Prozent müssen sogenannte flüchtige organische Verbindungen reduziert werden. Diese Vorläufer von "schlechtem" Ozon, das die Lungen angreift, gelten Lacke, Farben, Lösungsmittel, chemische Produkte, aber auch Druckerzeugnisse.

Um 19 Prozent muss Ammoniak abgebaut werden. Dies betrifft die Landwirtschaft bei der Tierzucht und den Einsatz von Düngemitteln. Ammoniak führt zur Bildung krankmachender Feinstaub-Partikel und trägt zur Übersäuerung der Böden bei.

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