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Bombendrohungen: Tatverdächtiger nach Serie rechtsextremer Droh-Mails ermittelt

Bombendrohungen : Tatverdächtiger nach Serie rechtsextremer Droh-Mails ermittelt

Nach einer deutschlandweiten Serie von Mails mit Bombendrohungen und rechtsextremistischen Inhalten, von der erst vor anderthalb Wochen auch Neunkirchen und Kaiserslautern betroffen waren, hat die Polizei einen Verdächtigen aus Schleswig-Holstein ermittelt.

Der Mann stehe unter Verdacht, Verfasser zahlreicher Mails unter anderem mit Drohungen an Gerichte und andere Einrichtungen zu sein, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Berlin am Freitag mit. Kriminalpolizisten durchsuchten die Wohnung des Verdächtigen und stellten Beweismittel sicher.

Der Mann wurde nicht festgenommen. Es gehe um einen „Anfangsverdacht“ in einem sehr großen Ermittlungskomplex mit mehr als 200 Mails, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Weder das Alter noch die Staatsangehörigkeit des Verdächtigen wurden mitgeteilt. Es gehe um die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Nach Informationen des NDR soll der Mann Anfang 30 sein und die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Er soll der Polizei oder dem Verfassungsschutz bereits einschlägig bekannt sein. Laut dem ARD- Hauptstadtstudio soll es eine Kette von Indizien sein, die die Polizei zu ihm führte. Der Verdächtige soll psychisch labil sein.

Die Mails, die seit April 2018 verschickt wurden, seien unter anderem mit „Nationalsozialistische Offensive“ unterzeichnet gewesen, so die Staatsanwaltschaft. Ob die komplette Serie aller Drohungen aus den Jahren 2018 und 2019, die bei Finanzämtern, Rathäusern, Anwaltskanzleien, Verlagen und einzelnen Politikern in ganz Deutschland eingingen, auch auf das Konto des aktuellen Verdächtigen gehen könnte, soll jetzt untersucht werden.

Unterzeichnet wurden weitere Mails zum Teil auch mit „NSU 2.0“, „Wehrmacht“ oder „RAF“. Betroffen waren öffentliche Einrichtungen in Bundesländern wie Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und im Saarland. Gedroht wurde mit Bomben oder damit, „Bürger auf offener Straße zu exekutieren“.