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Bischöfe erlauben "Pille danach"

Bischöfe erlauben "Pille danach"

Trier. Auch in den katholischen Krankenhäusern können vergewaltigte Frauen künftig die "Pille danach" bekommen. Darauf verständigten sich die 66 deutschen Bischöfe und Weihbischöfe zum Abschluss ihrer viertägigen Vollversammlung in Trier

Trier. Auch in den katholischen Krankenhäusern können vergewaltigte Frauen künftig die "Pille danach" bekommen. Darauf verständigten sich die 66 deutschen Bischöfe und Weihbischöfe zum Abschluss ihrer viertägigen Vollversammlung in Trier. Die "Pille danach" sei aber kein Instrument der Familienplanung oder Empfängnisverhütung, sagte der Konferenzvorsitzende und Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch. Die deutschen Bischöfe begründeten ihren Richtungswechsel damit, dass es inzwischen neue Präparate mit anderen Wirkweisen gebe. Diese verhinderten zwar die Befruchtung einer Eizelle, töteten eine bereits befruchtete Eizelle aber nicht ab. Letzteres ist aus Sicht der Bischöfe eine verbotene Abtreibung. Die Diskussion um die "Pille danach" war entfacht worden, nachdem Ärzte in zwei katholischen Kliniken in Köln die Behandlung einer Vergewaltigten abgelehnt hatten.

Auf ihrer viertägigen Vollversammlung stellten die 66 Bischöfe zudem Weichen für mehr Frauen in kirchlichen Führungsjobs. So sollen Frauen für bestimmte Tätigkeiten eigens qualifiziert werden. Zudem könnten neue Ämter und Dienste für Frauen "außerhalb der Weihe" entstehen, sagte Zollitsch, etwa als "Gemeindediakonin" oder "Diakonisse". Es solle auch geprüft werden, welche Funktionen zwingend an die Weihe gebunden sein müssten. Die Priesterweihe von Frauen bleibt ausgeschlossen. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken sprach dennoch von einem wichtigen Schritt bei einem der drängendsten Themen der Kirche. "Für das ZdK ist es im Interesse des Verkündigungsauftrags der Kirche notwendig, dass die Ausgestaltung des Diakonats der Frau weiter beraten wird", sagte ZdK-Präsident Alois Glück.

Zollitsch versprach, dass die Kirche bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals nicht nachlassen werde. Bis April werde es wohl einen neuen Partner für eine Missbrauchsstudie geben. Die Kirche war heftig in die Kritik geraten, weil sie ihre Zusammenarbeit mit dem Hannoveraner Kriminologen Christian Pfeiffer im Streit beendet hatte. und Meinung dpa/sey Foto: dpa