Bildungsforscher: „Ehrenrunde“ bringt Schülern nichts

Düsseldorf/Saarbrücken · „Ehrenrunde“ ohne Wert? Eine Klasse zu wiederholen, bringt aus Sicht des Bildungsforschers Andreas Schleicher nichts für den Lernerfolg eines Schülers. Die Betroffenen würden häufig als Sitzenbleiber abgestempelt, ihre Probleme aber einfach in die nächste Klasse verschoben, sagte er gestern beim Deutschen Schulleiterkongress in Düsseldorf.

Dabei koste jeder Sitzenbleiber die Gesellschaft 40 000 Euro. "Es wird viel für Reparaturarbeit ausgegeben statt zu investieren", erläuterte Schleicher, der für die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die internationalen Pisa-Schulvergleichsstudien koordiniert. Zwischen 2003 und 2012 sei in Deutschland jeder fünfte Schüler mindestens einmal sitzen geblieben. In Japan liege die Quote hingegen bei Null.

Im Saarland mussten laut Statistischem Bundesamt im vergangenen Schuljahr insgesamt 1405 der 94 352 Schüler, die eine allgemeinbildende Schule besuchten, eine Klasse wiederholen. Demnach liegt die Wiederholerquote bei 1,5 Prozent.

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