Grubenwasser: Beschluss zur Flutung von Saar-Gruben rückt näher

Grubenwasser : Beschluss zur Flutung von Saar-Gruben rückt näher

Der Bergbaukonzern RAG rechnet offenbar schon bald mit einer Entscheidung. Im Visier ist 2019.

Die RAG sieht das Genehmigungsverfahren für ihren beantragten Grubenwasser-Anstieg offenbar auf der Zielgeraden. „Wir rechnen Anfang nächsten Jahres mit einem Erörterungstermin“, sagte der RAG-Regionalbeauftragte Uwe Penth gestern in Ensdorf. „Wir sehen uns in der finalen Situation, dass man einen Erörterungstermin festlegen kann und damit die nächste Stufe des Genehmigungsverfahrens eintritt“, so Penth. Bei dem Termin werden Einwendungen und Stellungnahmen aller Seiten noch einmal behandelt. Dies gilt als letzter Schritt vor einer Entscheidung des Oberbergamtes.

Gegen die von der RAG beantragte Teilflutung ehemaliger Bergwerksgruben im Saarland waren Anfang des Jahres fast 7000 Einwendungen von Bürgern beim Oberbergamt eingegangen. Zudem gab es rund 100 kritische Stellungnahmen von Verbänden, Behörden, Kommunen und Landkreisen. Hintergrund war vor allem die Sorge vieler Bürger vor einer Verunreinigung des Trinkwassers und möglichen Bergschäden.

Das Wirtschaftsministerium, übergeordnete Behörde der Bergämter, schwieg sich gestern erneut über den Zeitpunkt einer Entscheidung aus. Derzeit würden alle Bemühungen einer sorgfältigen Prüfung des Verfahrens gelten, teilte ein Sprecher der SZ lediglich mit. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) hatte betont, die Entscheidung sei ausschließlich Sache der Bergbehörden und politische Erwägungen hätten keine Rolle zu spielen.

Nach dem Ende des Bergbaus 2012 hatte die RAG beantragt, das Grubenwasser in einer ersten Phase auf 320 Meter unter Null ansteigen zu lassen. Dabei liefe das Wasser über Querverbindungen von den Gruben Reden und Göttelborn in die Grube Dilsburg und in das Bergwerk Saar. Die RAG nennt die Pläne „ökologisch und ökonomisch sinnvoll“. Der Konzern stellte gestern außerdem ein Konzept vor, wie eine Verunreinigung saarländischer Gewässer mit dem Umweltgift PCB verhindert werden soll.

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