Beschäftigte fühlen sich zunehmend gehetzt

Beschäftigte fühlen sich zunehmend gehetzt

Berlin. Für die Arbeitnehmer in Deutschland steigt der Stress im Job: Rund 56 Prozent der Beschäftigten sehen sich einer starken bis sehr starken Hetze am Arbeitsplatz ausgesetzt. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) unter 5000 Berufstätigen. Im Vergleich zum Vorjahr liegt der Wert um vier Prozentpunkte höher

Berlin. Für die Arbeitnehmer in Deutschland steigt der Stress im Job: Rund 56 Prozent der Beschäftigten sehen sich einer starken bis sehr starken Hetze am Arbeitsplatz ausgesetzt. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) unter 5000 Berufstätigen. Im Vergleich zum Vorjahr liegt der Wert um vier Prozentpunkte höher. Zudem klagten 80 Prozent der Befragten darüber, dass sie seit Jahren in der gleichen Zeit immer mehr leisten müssen. Der Untersuchung zufolge fühlen sich 44 Prozent der Arbeitnehmer deshalb oft oder sehr häufig "leer und ausgebrannt".Unter Hetze und Stress leiden Beschäftigte quer durch alle Bereiche der Arbeitswelt: In keiner Branche waren es weniger als 46 Prozent, bei den Vorgesetzten lag der Wert sogar bei 64 Prozent. Generell zeigt die Studie, dass die Arbeitsbelastung mit zunehmendem Einkommen wächst.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach nannte die Zahlen "ein Alarmsignal". Die Arbeitgeber kämen ihrer gesetzlichen Pflicht nur unzureichend nach, für besseren Gesundheitsschutz der Beschäftigten zu sorgen. So seien nur neun Prozent der Beschäftigten im Rahmen einer sogenannten Gefährdungsbeurteilung gefragt worden, welchen psychischen Stressfaktoren sie sich im Job ausgesetzt sehen. Der DGB forderte von der Bundesregierung eine Anti-Stress-Verordnung, um die Beschäftigten besser vor Überlastung und Burnout zu schützen. Der Arbeitgeberverband BDA widersprach der Darstellung, dass Arbeit psychisch krank mache. Es sei zudem "im ureigensten Interesse der Unternehmen, psychische Fehlbelastungen durch Arbeit so gering wie möglich zu halten". dpa/afp

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