Bei Verspätung der Bahn gibt es Geld zurück

Bei Verspätung der Bahn gibt es Geld zurück

Berlin. Bei Verspätung Geld zurück - das ist der Kern eines Gesetzentwurfs von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD), den das Bundeskabinett gestern beschlossen hat. Demnach sind Bahnfahrer künftig nicht mehr auf eine freiwillige Zahlung des Konzerns angewiesen

Berlin. Bei Verspätung Geld zurück - das ist der Kern eines Gesetzentwurfs von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD), den das Bundeskabinett gestern beschlossen hat. Demnach sind Bahnfahrer künftig nicht mehr auf eine freiwillige Zahlung des Konzerns angewiesen. Von Mai 2009 an haben sie bei Verspätungen ab 60 Minuten einen gesetzlichen Anspruch auf Entschädigung in Höhe von 25 Prozent des Fahrpreises. Ab 120 Minuten wird die Hälfte des Fahrpreises erstattet. Die Entschädigung entfällt, wenn sie weniger als vier Euro beträgt.

Zudem muss die Bahn bei Verspätungen von mehr als einer Stunde eine kostenlose Hotelunterkunft anbieten, wenn eine Übernachtung erforderlich wird. Bei den neuen Regelungen zählt nicht mehr - wie bisher - die Verspätung einzelner Züge, sondern die tatsächliche Ankunft am Zielort. Das bedeutet: Anspruch auf Entschädigung besteht auch dann, wenn der Fahrgast wegen einer nur geringen Verspätung eines Regionalzugs seinen Anschluss verpasst. Im Nahverkehr bekommen die Passagiere zudem das Recht, bei Verspätungen von über 20 Minuten einen anderen Zug - auch einen Intercity oder ICE - zu nehmen. Davon ausgenommen sind Züge mit Reservierungspflicht, etwa Nachtzüge oder ICE-Sprinter. Bei großen Verspätungen oder Zugausfällen in der Nacht kann der Kunde ein Taxi nehmen; der Erstattungsanspruch ist dabei auf 50 Euro begrenzt.

Nach Einschätzung des Justizministeriums werden pro Jahr rund zehn Millionen Bahnreisende von den Regelungen profitieren. Die Fraktionen von Grünen, FDP und Linken im Bundestag lehnten den Entwurf als unzureichend ab. Auch der Verkehrsclub Deutschland mahnt Nachbesserungen an. Die Kritiker fordern in erster Linie Entschädigungen bereits nach 30 Minuten Zug-Verspätung. dpa/afp/ddp

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