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Banken fürchten jetzt Internet-Enthüllungen

Banken fürchten jetzt Internet-Enthüllungen

Washington/Berlin. Während täglich neue Details aus tausenden internen Dokumenten die Außenpolitik der Vereinigten Staaten erschüttern, zittert jetzt auch die US-Wirtschaft vor den Enthüllungen von Wikileaks. Die Internetplattform kündigte an, bald Interna einer US-Großbank veröffentlichen zu wollen

Washington/Berlin. Während täglich neue Details aus tausenden internen Dokumenten die Außenpolitik der Vereinigten Staaten erschüttern, zittert jetzt auch die US-Wirtschaft vor den Enthüllungen von Wikileaks. Die Internetplattform kündigte an, bald Interna einer US-Großbank veröffentlichen zu wollen. Wikileaks-Gründer Julian Assange sagte, das Material berge "ungeheuerliche Übertretungen" und "unethische Praktiken". Er deutete zudem an, dass ihm viele weitere Datensätze, überwiegend aus Unternehmen, vorliegen. "Wir sind in einer Position, in der wir Rangfolgen einrichten müssen, und der Stoff mit der größten Wirkung wird zuerst veröffentlicht."US-Außenministerin Hillary Clinton zeigte sich derweil überzeugt, dass die schrittweise Veröffentlichung von mehr als 250 000 vertraulichen Dokumenten von US-Diplomaten, die in der Nacht zum Montag begann, die Beziehungen ihres Landes zu anderen Staaten nicht belasten werden. Die bereits bekannten Depeschen sorgten aber in vielen Teilen der Welt für Wirbel. So geht aus ihnen hervor, dass arabische Staaten die USA zu Militäraktionen gegen Iran ermuntert haben. Sie offenbaren auch die Ungeduld Chinas mit Nordkorea, das den Verbündeten einmal sogar als "verzogenes Kind" einstufte.

Die Dokumente liefern zudem eine Bestätigung für die Existenz amerikanischer Atomraketen auf deutschem Boden. In einem Gesprächsprotokoll zwischen einem Sicherheitsberater der Bundesregierung und dem US-Botschafter in Berlin ist von 20 US-Atomraketen die Rede. Als Standort der Sprengkörper gilt der Fliegerhorst Büchel in der Eifel, 70 Kilometer vom Saarland entfernt. Dort ist das Jagdbombergeschwader 33 der Bundeswehr stationiert. dpa/red